#Buchempfehlung: „Mind Ripper“ von Nadine Erdmann

Es ist mal wieder eine Rezension fällig. Dieses Mal zum ersten Band der Cyberworld-Reihe “Mind Ripper” von Nadine Erdmann.

Im Buch geht es vornehmlich um die Zwillinge Jemma und Jamie, sowie dessen gemeinsamen Freund Zack. Mit ein paar weiteren Freunden spielen sie gerne online Virtual Reality-Games verschiedenster Art. Doch nachdem sie das aktuelle Fantasy-Rollenspiel beendet haben, mahnt Jemmas und Jamies Vater sie zur Vorsicht. In London fielen mehrere Jungen während des Spielens ins Koma. Zuletzt traf es sogar einen Jungen aus ihrer Schule. Als ihnen jedoch unerwartet die Möglichkeit eröffnet wird, bei der Aufklärung der Koma-Fälle zu helfen, lassen sich alle drei nicht lange bitten.

Im Großen und Ganzen ist “Mind Ripper” eine schöne, runde Story, deren Auflösung mir sogar richtig gut gefallen hat. Trotzdem habe ich überlegt, ob ich eine Rezension schreiben soll, denn das Buch hatte seine Längen. Diverse Beziehungsproblemchen sind einfach nicht mein Fall (ich bin aber auch nicht unbedingt Zielgruppe ;)), die wechselnde Erzählperspektive innerhalb von Kapiteln fand ich gewöhnungsbedürftig und es war für mich auch eine Annäherung an Science Fiction als Lesestoff – da habe ich bisher tatsächlich wenig zu verzeichnen.

Das Positive überwiegen allerdings. Die Charakterbesetzung ist weitestgehend divers aufgebaut (auch wenn ich inständig hoffe, dass die einzige Figur, die explizit als Schwarz bezeichnet wurde, in den Folgebüchern eine größere Rolle spielen wird …) und waren auch glaubhaft umgesetzt. Neben dem Science Fiction Ambiente mit Haushaltsrobottern und deutlich fortgeschrittener VR-Technologie war das Setting in der Cyberworld selbst Dark Fantasy. Im Großen und Ganzen eine gelungene Mischung.

Das Buch bekommt von mir also eine Leseempfehlung 🙂 Und was mich angeht, ich werde ich auch den zweiten Band noch lesen.

Autor*in: Nadine Erdmann
Verlag: Greenlight Press
ISBN: 987-3-95834-220-0

Märchensommer 2020

Dies ist eine Station der Märchensommer Märchenrallye von PoiSonPaiNter, den Anfang dieser Runde findet ihr hier: https://www.randompoison.com/2020/06/03/rallye-20/

Während Regina und ihre Tante versuchten die Anleitung, die sie im Internet gefunden und auf den großen Flachbildschirm übertragen hatten zu folgen, kommentierte ihre Großmutter jeden ihrer Handgriffe mit Ratschlägen.
„Mama!“, fuhr Susi sie nach der fünfzigsten Bemerkung, dass die Ranke doch von rechts nach links zu knüpfen doch viel hübscher aussehen würde, an. „Sei still oder geh Peggy helfen!“
„Nein!“, ertönte sogleich der Protest aus der Küche.
„Wer von uns hat hier mehr Erfahrung mit magischen Kräften?“, entgegnete ihre Großmutter störrisch und verschränkte die Arme.
„Oh, es hat eine magische Bewandtnis, ob wir die Ranken linksrum oder rechtsrum knüpfen?“ Die Frage triefte nur so von Sarkasmus.
„Möglich“, war die sture Antwort und ihre Großmutter drehte den Kopf zur Seite.
„Du weißt es nicht! Also lass uns arbeiten!“, behauptete Susi und schüttelte genervt den Kopf, dann schien ihr eine Idee zu kommen und sie drehte sich noch einmal zu ihrer Mutter um.
„Oder möchtest du gar nicht, dass wir den Jungen erlösen?“
Stille breitete sich im Raum aus. Wollte ihre Großmutter wirklich versuchen, die Rettungsaktion zu sabotieren, damit Wolf ein Schwan blieb? Das konnte Regina sich nicht vorstellen.
„Er hat Regina beleidigt und verletzt!“, brach es aus der alten Frau heraus. „Dafür hat er eine Strafe mehr als verdient!“
„Ja, aber doch nicht für immer!“, entfuhr es Regina und sie war selbst erschrocken, dass sie sich auf Wolfs Seite stellte.

Mein Märchen: Die kleine Meerjungfrau

Das Märchen ist ein Stück meiner Kindheit, in zweifacher Ausführung.
Arielle die Meerjungfrau kennt sicherlich jeder. Dazu brauche ich nicht viel sagen. Aber es gab noch einen zweiten Film, den ich unheimlich gerne mochte. Es war die tschechische Verfilmung, die wie auch das Märchen von Hans Christian Andersen kein gutes Ende nimmt.
Ich habe mir also schon immer gerne mehrere Versionen der selben Geschichte zu Gemühte geführt. Und ich bin nun auch auf die kommende neue Disney-Version gespannt, in der Erwartung, dass auch die wieder anders wird.

Rallyefrage

Was opfert die kleine Meerjungfrau dafür menschlich zu sein?


a)    Ihre Sehkraft – Stella Delaney
b)    Ihre Stimme – Bücherfansite
c)    Ihren Geschmacksinn – Christina Löw

#WelttagdesBuches: Blogroman „Heimsuchung“ als lesefreundlicheres PDF

Stilleben: Shelfie mit Blogroman "Heimsuchung"

Liebe Leser*innen,

fast drei Jahre ist es her, dass ich das erste Kapitel meines Blogromans “Heimsuchung” veröffentlicht habe, im Dezember 2017 habe ich ihn beendet. Er entstand als Herzensprojekt zu meiner Protagonistin Sananka – und ist es noch.

Für den Welttag des Buches 2020 habe ich mich entschieden, meinen Blogroman in eine besser lesbare Form zu bringen.
Als Dark Fantasy kommt er entsprechend düster daher, bitte beachtet daher die Triggerwarnungen im Buch.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Blogroman „Heimsuchung“ von Jule Reichert

#Buchempfehlung: „Biss zum letzten Akt“ von Nike Leonhard

Anfang des Jahres hatte ich eine gute Lesephase – unter anderem, weil ich etwas an meinem Leseverhalten geändert habe. Dadurch, dass ich meistens unterwegs lese, greife ich derzeit gerne auf E-Books zurück. Auf eines hatte ich bereits länger ein Auge geworfen: “Biss zum letzten Akt” von Nike Leonhard.

Silke, alias Jenny, schlägt sich auf eine ganz außergewöhnliche Art durchs Leben. Sie hat als Vampirin ihre eigene Methode entwickelt, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und die deutsche Bürokratie zu umgehen. Besonders sozial ist sie nicht, das war Silke aber auch nicht zu Lebzeiten. Und es ist das passende Verhalten für eine Welt, in der Vampire sich nicht zusammenrotten.

Die Geschichte ist amüsant und gut überlegt, was das Vampirdasein angeht. Die kommen nämlich etwas anders daher, als gewohnt – und das ist gut so! Für kreative Vampirkonzepte bin ich immer zu haben. Nikes ist meiner Meinung nach auch noch lange nicht ausgereizt.

Die Protagonistin finde ich zwar nicht besonders sympathisch, aber auf ihre Art sehr einnehmend. Immerhin lässt sie sich einiges einfallen und nutzt viele finanzielle Schlupflöcher.
Leider habe ich vergleichsweise spät begriffen, dass die eigentliche Geschichte Silkes bereits Jahrzehnte früher beginnt, als gedacht. Nicht in der düsteren viktorianischen Zeit, nein. Aber wohl mitte des 20ten Jahrhunderts. Was mich zum zweiten Kritikpunkt bringt: Das Buch ist mit gerade mal 100 Seiten leider sehr kurz. Ich hätte gerne mehr von Silke erfahren 😉 Ob ihr Konzept in zwanzig Jahren immer noch aufgeht?

In jedem Fall sind es 100 lesenswerte Seiten. Und die Kürze hat auch ihre Vorteile, denn so ist das Buch tatsächlich schnell gelesen und kann wunderbar als Abwechslung zwischen anderen Fantasyschinken dienen.

Biss zum letzten Akt

Autorin: Nike Leonhard
Verlag: Books on Demand
ISBN: 3746096243

Mein #Kriegsengel in der #Badass_Angels-Anthologie

Stilleben: Autoreninnenfrühstück mit Vertrag, Kaffee und Äpfeln.

Und schwupps! Schon ist es soweit und meine zweite Veröffentlichung steht an. Und ja, es ist eine Kurzgeschichte. „Der Kriegsengel“ wird in der Anthologie #Badass_Angels veröffentlich, ins Leben gerufen von June Is und Karin Novotny.

Als die Anfrage und die Ausschreibung kam, wusste ich zunächst nicht allzu viel damit anzufangen. Engel sind eigentlich so gar nicht meins. Und tatsächlich gab es das Konzept von Engeln bisher gar nicht in meiner netten kleinen Fantasywelt.
Aber es hat letztlich nur einen kleinen Anstoß gebraucht, um ein etwas verqueres Gedankenspiel in Gang zu bringen. Und was soll ich sagen? Mir gefällt die Geschichte.

Freut euch also auf eine Kurzgeschichte, irgendwo zwischen Fantasy und Science Fiction, Magie und Technik, mit einem Engel. Und davon werdet ihr in der Anthologie sicherlich noch viel mehr finden 😉 Einen kleinen Vorgeschmack auf alles bekommt ihr auf Pinterest.

Ebenfalls mit dabei sind übrigens:

2019 – Das Jahr der Kurzgeschichten

Zwar sind meine Vorhaben gescheitert, diesen Blog wieder regelmäßig zu befüllen, doch hier kann ich in aller Ruhe einen Blick zurück auf mein Jahr werfen.

Wie gewöhnlich musste sich mein Autorinnenleben der Familie und meinem bibliothekarischen Brotjob beugen. Beides war im Jahre 2019 sehr turbulent. Je mehr sich mein Familienleben zum Herbst hin beruhigte, je stressiger wurde es im Brotjob. Im Großen und Ganzen blieb für mein Autorinnendasein nur mäßig Energie übrig. Sämtliche Überlegungen zu Veröffentlichungen im Selfpublishing kamen zum Stillstand. Für den Wettbewerb des Ohneohren-Verlags zum Thema “Geschichten aus dem Keller” fehlte mir genügen Zeit und sie wurde zu lang. Einen Gedanken an weitere Wettbewerbe habe ich auch nicht verschwendet. Das Jahr war also alles andere als erfolgreich. Oder?

Es ist ein großes ODER. Denn als ich mir mein schriftstellerisches Jahr habe durch den Kopf gehenlassen, stellte ich doch eines fest: Ich hatte durchaus Erfolge. Keine sichtbaren, die nach außen viel hermachen würden, doch für mich sind es Erfolge.

  • Ich war kreativ. Drei Kurzgeschichten sind über das Jahr entstanden, zwei davon könnten sogar den Weg in die Veröffentlichung finden.
  • Ich habe geschrieben, kontinuierlich und trotz technischer Probleme.
  • Ich habe es auch dieses Jahr geschafft, mich mit ein paar meiner Nornenschwestern zu treffen und die Buchmesse in Frankfurt zu besuchen.

All das sind tatsächlich meine eigenen, kleinen Erfolge.

Konkrete Planungen für das Jahr 2020 habe ich keine. Die drei Kurzgeschichten werden mich ins neue Jahr begeiten. Zudem bin ich endlich an dem Punkt, an dem ich mich wieder mit einem meiner größeren Projekte beschäftigen kann. Meine Monsterjäger warten auf ihren Auftritt und vielleicht finde ich die Muße mir zu überlegen, wie es mit meiner Weltensaga weitergeht.

Die Sturheit steht dem Wandel im Weg

Ich lese Fantasy. Ich schreibe Fantasy. Das ist kein Geheimnis, doch ich rede nicht gerne darüber. Mündliche Diskussionen fallen mir ohnehin oft schwer und noch schwerer wird es, wenn ich anfangen muss, mich und mein Interesse zu verteidigen – denn das tue ich bereits seit meiner Jugend; seit ich ganz tief in diverse Fantasywelten eingetaucht bin. Denn Menschen, die sich mit phantastischen Elementen beschäftigen, gelten bei vielen leider noch immer als „weltfremd“.

Obgleich ich mein Genre liebe, hat die Nachfrage, was ich denn schreibe, immer einen bitteren Beigeschmack. Meine Erfahrung zeigt, dass viele Menschen, besonders die, die sich für intellektuell halten, alles, was mit Phantastik zu tun hat, nur von oben herab beäugen. Fantasy ist eben noch immer keine „richtige“ Literatur. Vor ein paar Wochen klang diese Herablassung sogar durch meine sehr phantastikliebende Internetbubble. Und diese kam daher wie ein Rundumschlag gegen fast alles, was mir wichtig ist: Gegen Phantastik, gegen Gleichberechtigung, gegen die Stärkung von Minderheiten.
Die „Normalos“ dieser Welt sind eben noch immer „alte weiße Männer“ (*) und die wollen immer noch entscheiden, was wichtig und richtig ist. Und am wichtigsten sind sie sich selbst.

Das beginnt mit der Uneinsichtigkeit, dass Sprache wandel- und veränderbar ist, über die Sturheit nur das eigene Wichtigkeitsempfinden gelten zu lassen bis hin zum Empören darüber, dass auch andere Menschen ihren Teil der Aufmerksamkeit und der Gleichberechtigung haben wollen, weil diese leider immer noch nicht alle Menschen gleich gemacht hat.

Alles ist im Wandel …

… und die Menschen, die bisher nahezu uneingeschränkt privilegiert waren, sollen diese Uneingeschränktheit plötzlich mit anderen Teilen. Es ist die Mentalität: Es war gut, wie es bisher war, und so soll es auch bleiben! Aber das ist das Gegenteil von Wandel. Der beginnt vielleicht mit Kleinigkeiten, die sich unbemerkt einschleichen, endet aber damit, dass sich am Ende grundlegend vieles ändert. Manchmal von hier auf jetzt, meistens aber schleichend. Der Wandel endet nie. Es gibt nur Menschen, die das nicht sehen wollen und sich lieber in ihrer Bequemlichkeit suhlen.
Weswegen ist es zum Beispiel so schwer, die Wandelbarkeit der Sprache zu akzeptieren? Liest man heute Briefe, die vor hundert Jahren geschrieben wurden, haben selbst diese eine ganz andere Sprache. Früher mussten Kinder ihre Eltern Siezen, früher wurde zwischen Frau und Fräulein unterschieden, je nachdem ob Frau verheiratet war oder nicht, früher hätte niemand von einer „Arschkarte“ gesprochen, denn diese Redewendung geht auf Fußball zurück.

Auch ich musste meine Meinung dahingehend ändern.
Ich bin es gewohnt, mich angesprochen zu fühlen, wenn die männliche Form verwendet wird. Meine kluge Tochter hingegen fühlt sich nicht angesprochen. Und sie hat recht. Durch diese Akzeptanz suggeriert die Sprache, was in unserer Gesellschaft schon lange überholt sein sollte: Frauen sind nur Teil des Mannes. Durch die Akzeptanz von uns Frauen, dass wir „mit gemeint“ sind, halten wir uns selbst unsichtbar, obgleich wir genauso Menschen sind, wie Männer.
Im technischen Bereich haben wir uns damit sogar selbst ein Bein gestellt. Suchalgorithmen richten sich nach der männlichen Form. Sogar im bibliothekarischen Bereich wird in den meist nicht gegendert, dabei sind Bibliothekare in vielen Dingen eher überkorrekt. Die Auswirkungen dessen wird in dem Artikel Der Google-Algorithmus ist frauenfeindlich und die deutsche Sprache hat daran Schuld sehr schön beschrieben.

Die Blockade der Sturheit

Ich erspare es mir an dieser Stelle, die Farce um #wikifueralle noch einmal breitzutreten. Die einschlägigen Artikel dazu verlinke ich am Ende des Beitrags. Denn das die deutsche Wikipedia von “alten weißen Männern“ dominiert wird und einige von diesen frauenfeindlich sind, wurde im Zuge dessen offensichtlich. Im Fokus des ganzen stand Theresa Hannig und deren Aktivitäten, Frauen sichtbarer zu machen. Involviert war die Liste deutschsprachiger Science-Fiction-Autorinnen, das Nornennetz und zuletzt sogar PAN e.V..
Mit den Befindlichkeiten einiger Wikipedianer hatte Theresa Hanning sicherlich nicht gerechnet. Ich zugegebener Maßen auch nicht. Als Bibliothekarin bin ich Verfechterin von frei zugänglichem Wissen. Das ist es, was Wikipedia leisten sollte, unabhängig des Themas. Denn auch die verschiedenen Schneckenarten im Schwarzwald sind für bestimmte Menschen sehr interessant, vielleicht sogar für ein paar Neugierige. Wer Kinder hat weiß, was die für Fragen stellen können und welches Elternteil ist nicht froh, kurz auf Wikipedia nachlesen zu können, um sie zu beantworten? Doch die Annahme, jedes Wissen sei wichtig, gilt in der deutschen Wikipedia schlichtweg nicht. Viel mehr scheint sie auf dem Grundsatz „Ich und mein Empfinden für Wichtigkeit“ aufzusetzen. Und die Menschen, die andere dafür rügen, sie sollen nicht so empfindlich sein, die „Normalos“ und „alten weißen Männer“, zeigen plötzlich ihre eigenen Befindlichkeiten – und fühlen sich angegriffen.
Und warum? Weil sie sich plötzlich übergangen fühlen? Weil gegen ihre Einstellung mobilisiert wurde und Menschen sich einmischten, denen die Themen sehr wohl wichtig sind? Weil wir Phantastikautor*innen Teil des Kulturlebens und Zeitgeistes sind und man uns nicht einfach als unwichtig deklarieren kann? Weil uns Frauen nicht ausreicht, was uns die Feministinnen dieser Welt bereits erkämpft haben? Weil wir echte Gleichberechtigung wollen? Weil wir auch gesehen werden wollen?

Und das Spiel lässt sich noch ausweiten, den auch zur Gleichberechtigung gehört nicht nur, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte haben. Das beinhaltet auch menschliche Vielfalt, in der trotzdem jeder auf der gleichen Ebene steht. Das Schlagwort dazu heißt Diversität. Ich möchte als Mutter, dass meine Kinder sein können, wie sie sind ohne den Zwang sich anpassen zu müssen. Ich möchte, dass meine Kinder sich selbst definieren können, ohne in eine Schublade gesteckt und gemobbt zu werden. Ich möchte, dass sie nicht die Einzigen sind, die mit Menschen mit Behinderung ganz normal umgehen und ich möchte, dass allen Kindern Haut- und Haarfarbe der Klassenkameraden einfach egal sind. Ich möchte als Autorin wahrgenommen werden und ich möchte, dass andere Autorinnen gesehen und gelesen werden, obwohl sie Frauen sind.
In einer diversen Gesellschaft hat Rassismus, Misogynie, Homophobie und all das, was Vorurteile und Hass schürt, keinen Platz. Menschen sind Menschen und Menschen sind verschieden. Es gibt immer Idioten. Doch Idioten definieren sich durch ihre Einstellung, nicht durch ihr Aussehen, ihr Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung.

(*) Anmerkung meinerseits: Ich verwende den Begriff „alte weiße Männer“ nicht gerne, denn er schert mir zu viele unterschiedliche Menschen – bzw. in dem Fall Männer – über einen Kamm. Aber er ist leider bereits eine aussagekräftige Redewendung geworden. In dem Sinne: Bitte entschuldigt, all ihr jung gebliebenen „alten weißen Männer“! Ihr seid damit nicht gemeint 😉

Links

Buchempfehlung: „Die Supermamas“ von Tina Skupin

Leider noch langsamer, als ich derueit lese, schreibe ich meine Rezensionen hinterher. Aber auch wenn es länger dauert, erinnere ich mich auch nach über einem Jahr noch an den Inhalt der „Supermamas“, ist das doch sehr positiv. Diese Bücher kann ich also getrost als  lesens- und empfehlenswert einstufen.

„Die Supermamas“ von Tina Skupin beginnt mit einem uneinsichtigen Chef, uneinsichtigen Studenten und sehr wenig Feingefühl für eine Hochschwangere. Arbeit geht eben vor. Der Meinung sind zumindest alle in Mairas Umgebung, die als Dozentin an der Humbolduniversität in Berlin arbeitet – so lange, bis ihr Kind frühzeitig das Licht der Welt erblicken möchte – und sie danach plötzlich fliegen kann.

Alles in allem ist das Buch eine gelungene Kombination aus Superhelden- und Mutterroman. Von letzteren habe ich nicht einmal eine Handvoll gelesen, denn als Mutter kenne ich diese ganzen Aspekte, die einem um die Ohren fliegen. Für gewöhnlich erspare ich es mir dann auch noch darüber zu lesen. In dieser phantastischen Kombination allerdings finde ich es einfach genial. Zumal schon ganz zu Anfang allein durch das leichte Augenzwinkern, mit dem alles geschrieben ist, sicher war: da wird kein Kind irgendwelchen Situationen ausgesetzt, die es nicht verkraften kann. Vor allem nicht völlig unnötig – denn das ist in der Fantasy leider öfter der Fall und hat schon dazu geführt, dass ich Romane nicht weitergelesen habe.

Doch „Die Supermamas“ ist einfach ein leichtes Buch für zwischendurch, ohne tiefgreifende emotionale Einschnitte*, das Spaß macht, weil es nerdig ist und mit Erklärungen aufwartet, die verdeutlichen, warum so manche Mutter so viel leisten kann.

Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen – auch, wenn ich sicherlich nicht die einzige Mutter bin, die sich während des Lesens fragt, wo ihre Superkräfte eigentlich geblieben sind.

Die Supermamas

„Die Supermamas“ von Tina Skupin
  • Autorin: Tina Skupin
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
  • ISBN-13: 978-1975697235

* Ich gebe zu, ich saß an einer Stelle heulend im Zug, doch die Autorin gab mir zuvor freundlicher Weise auch eine Triggerwarnung. So manches bleibt eben doch hängen, wenn man ein Frühchen bekommen hat.

Alltagsschreibintegration (Beitrag zur Blogparade #SchrebenüberdasSchreiben)

Autor_innenfrühstück: Kaffee, Obst und Netbook.

Schreiben über das Schreiben.
Wenn ich mir die Phrase durch den Kopf gehen lasse, dann muss ich sagen: Ja, habe ich schon vielfach gemacht. Unter anderem ja auch hier. Aber da der Blog ja nun lange brach lag, dachte ich, es ist doch zumindest ein guter Einstieg. Und ein passemdes Thema, nachdem ich mir Gedanken gemacht habe, wie mein Blogkonzept in Zukunft aussehen soll. Denn Autorenleben bedeutet Schreiben. Da kommt mir die Blogparade von Stephanie Müller also gerade recht.

Schreiben im Autorinnendasein

Mit meiner neuen Lebenssituation hat sich mein Schreiballtag eigentlich kaum geändert. Eigentlich hat sich mein ganzer Alltag kaum geändert – bis darauf, dass ich mehr Energie für meine Kinder habe und obendrein noch mehr Ruhezeit bekomme.

Mittlerweile habe ich in meinem Möchtegernautorenleben schon einiges an Konzepten ausprobiert, die zumindest immer eine Weile funktioniert haben. Ich habe versucht abends zu schreiben, bin morgens früher aufgestanden und habe vor der Hunderunde geschrieben oder auch danach nochmal – teilweise mit meinem Töchterchen auf dem Schoß. Ich habe meine Mittagspausen im Brotjob ausgenutzt oder meinen Kindern gesagt, sie sollen mich jetzt mal eine halbe Stunde alleine lassen.
Und bei all dem habe ich zwei essenzielle Dinge festgestellt:

  • Ich bin Lärche. Sobald ich aufstehe, bin ich wach. Meine Wahlzeit für konzentriertes Arbeiten ist also morgens.
  • Alle wichtigen Dinge müssen dafür erledigt sein, damit ich auch die innere Ruhe habe, mich von meinen Ideen mitnehmen zu lassen. Das umfasst im Alltag also die Morgenroutine. Der Hund muss spazieren gewesen und die Kinder müssen in der Schule angekommen sein.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann ich mich gut auf das Schreiben – und alles, was damit zusammenhängt – konzentrieren. Und ja, es bedeutet, ich schreibe noch immer viel im Zug auf dem Weg zum Brotjob.

Aber das sind nur meine Idealbedingungen. Fällt bei den Kindern etwas an, wie Krankheit, Ausflüge oder gar Ferien, gestaltet sich das ganze schon wieder schwieriger. Da bin ich dann Rabenmutter und versuche zumindest ein wenig die Medienzeit der Kinder zu nutzen; wenn schon alle vor Bildschirmen sitzen, dann darf ich das immerhin auch.
Auch beim Brotjob können Dinge aufschlagen, die mir meine Schreibzeit nehmen – und sei es nur ein Termin außerhalb meines Büros.

Und was schreibe ich so?

Wer mir im Social Media schon begegnet ist und mich vielleicht ein bisschen „verfolgt“, wird sicherlich schon festgestellt haben: Ich bin Fantasyautorin. Selbst mein Hang zu Krimis drückt sich letztlich in einer Fantasyumgebung aus. Ich liebe dieses Gerne einfach, in (fast) all seinen Ausprägungen! Es bietet die Möglichkeit, Dinge auf andere Art darzustellen und sich über einen anderen Hintergrund mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen.
Wer nun genauer wissen möchte, wovon ich spreche, darf sich gerne in meiner Rubrik Gedankengut umschauen

Anders allerdings die Texte in meinem Brotjob, denn zumindest ein Teil davon hat tatsächlich ebenfalls mit Schreiben zu tun. In diesem Fall „Schreiben im Internet“. Sie müssen schnörkellos und verständlich sein, knapp und aussagekräftig. So gerne ich auch schreibe, manche davon sind ein notwendiges Übel, denn Geschichten schreiben macht viel mehr Spaß.

Fazit

Hat das Schreiben wirklich ein Fazit? Ich weiß es nicht. Ich schreibe gerne und das wird sich nie ändern. Ich liebe es so sehr, dass es in meinem Alltag seinen unumstößlichen Platz gefunden hat, zwischen Familie, Job und Haushalt. Und das ist die wichtigste Erkenntnis des ganzen Beitrags.

PS: Das mit dem Taggen verkneife ich mir nun 😉 Einfach weil ich diesen Beitrag nun wieder kurz vor knapp schreibe.

Noch zwei interessante Beiträge zur Blogparade

  • Den eigentlichen Prozess und wie man sich im Schreiben verlieren kan, hat hat Krumpelkram in seinem „Last Minute“-Beitrag sehr schön beschrieben.
  • Wie das ist, sich selbst beim Schreiben zuzuhören, erfahrt ihr in dem Beitrag Schreiben über das Schreiben bei Traumspruch.

Mein untoter* Blog – oder: Re-Organisation die xte …

Dem ein oder anderen mag es vielleicht aufgefallen sein: Während meiner letzten, lang andauernden Re-Organisation habe ich es nicht geschafft, meinen Blog wirklich zu pflegen. Es fehlten Ideen und vor allem Zeit und der Kopf mir über Autorenthemen tiefere Gedanken zu machen, die einen Blogbeitrag rechtfertigen würden.
Überlegungen, wie es hier weiter geht, habe ich erst vor einigen Wochen aufnehmen können. Und ich denke, ich habe einen groben Plan: mit Büchern, Lesen, Schreiben und alle tiefergehenden Themen rund um das Autor*innendasein wird es weitergehen. Allerdings wird es einige Dinge nicht mehr geben. Meine Gedankenfetzen und kleinen Charakterszenen (Geschreibsel) zum Beispiel. Natürlich werde ich auch noch von meinen Charaktere berichten, die sind mir ja immerhin sehr wichtig. Aber das, was hier bisher der Hirnstab war, fällt weg. Richtige Szenen wird es nur noch im Rahmen meines Archivs der verlorenen Szenen geben – nicht zu verwechselt mit der Kurzgeschichte „Das Archiv der gerettet Seelen“ in der Anthologie Entzünde den Funken 😉

In welchem Turnus ich es jedoch schaffen werde, hier zu schreiben, muss sich noch herausstellen. Mein derzetiger Plan geht von einmal im Monat aus. Auf den nächsten Beitrag solltet ihr euch also im Juli freuen können. Dazu kommen aber sicher noch Beiträge im Rahmen von Aktionen diverser Autor*innen, die sich so im Netz herumtreiben und die meinen Nerv treffen.

Für alle, die es noch nicht wissen: präsenter bin ich auf Twitter und Instagram. Twitter nutze ich privat, da werdet ihr also mit allem konfrontiert, was mein Hirn in 240 Zeichen an Gedankensprüngen zu bieten hat. Auf Instagram gibt es vornehmlich auch Buchcontent in diverser Form – und Blümchen!

Kaffeetasse
Kaffee!

* „untot“ im Sinne von wiederbelebt 😉