Ein langes Jahr geht zu Ende – Jahresrückblick 2021

Wie fange ich einen Rückblick auf ein Jahr an, das einerseits total turbulent, andererseits sehr geruhsam war? Vielleicht indem ich mir anschaue, wie viel ich von dem, was ich mir vorgenommen hatte, wirklich geschafft habe. Doch wenn ich mir meinen Ausblick von Anfang 2021 anschaue, frage ich mich spontan: ist das wirklich erst ein Jahr her?

Das Jahr, das sich wie mindestens zwei anfühlte

Wenn sich beruflich, organisatorisch und schriftstellerisch alles nur noch von einem Ort und einem Schreibtisch abspielt, zieht sich die Zeit wohl in die Länge. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich mein Jahr so unendlich lang anfühlte. Klar, es gab Höhen und Tiefen, nervenaufreibende Situationen aber eben auch viel normaler Trott.
Anders als sonst wollte ich im Dezember nur noch meine Ruhe haben. Vor der Pandemie war nur mein Autorinnenleben digital aufgestellt. Mittlerweile zieht es sich auch immens durch andere Gebiete. Entsprechend habe ich alles „unnötige“ digitale im Dezember beiseitegeschoben und gemacht, was mir Spaß macht: Schreiben und mich strickernder Weise von meinen Streamingdiensten berieseln lassen. Ein bisschen Lesen war auch dabei.

Was war Gutes im Autorinnenleben?

Fangen wir mit dem Positiven an. Auftrieb hatten mehrere Dinge: meine Schreiborganisation, mein Blog, meine persönliche Weiterentwicklungen. Dazu kommt noch ein abgehakter Punkt.

Schreiborganisation

Womit ich sehr zufrieden bin, ist meine Schreiborganisation. Dazu hatte ich auch schon einen Beitrag geschrieben (Tabellenmotivation – oder: Wenn sichtbare Ergebnisse fehlen). Mein Fazit dazu bleibt nach wie vor: es hilft wirklich. Ich sehe genau, wieviel ich woran gearbeitet habe und wie viel Zeit ich insgesamt hatte. Unerwartet finde ich nur, wie viel Zeit ich tatsächlich in ein einziges Schreibprojekt stecke.
Ob meine Theorie stimmt, dass ich bedingt durch meine Lese-Rechtschreib-Schwäche mehr Zeit investieren muss, kann ich zwar nicht belegen. Aber mein schlechtes Gewissen fällt weg, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, mich wegen des langsamen Vorankommens zu wenig meinem Autorinnenleben zu widmen.

Blog

Ich habe es tatsächlich geschafft wieder mehr für meinen Blog zu schreiben. Der war ja bis auf ein paar versprengte Rezensionen so gut wie verwaist und dem habe ich – zumindest ein wenig – entgegengewirkt.
Das möchte ich natürlich beibehalten. Zwar flutschen die Ideen noch nicht wieder regelmäßig, aber ich versuche mir auch dafür wieder dauerhaft Ressourcen in meinem Kopf zu schaffen.

Weiterentwicklung

Tatsächlich kann ich von mir behaupten, dass ich mich dieses Jahr weiterentwickelt habe. Eine seltsame Erkenntnis, weil der Name „Möchtegernautorin“ eben genau darauf abzielt, dass es immer etwas dazuzulernen gibt. Aber ich fange an, meine Komfortzonen zu verlassen.

Ein wenig stolz bin ich auf das Interview im Nornennetz. Gefühlt habe ich dieses sehr zufriedenstellend gemeistert. Situationen, in denen ich frei sprechen muss, waren für mich schon immer schwierig und unangenehm. Aber mit etwas Vorbereitung und dem Wissen, dass da lauter nette Menschen im Nornennetz sind, war es ein wirklich angenehmes Gespräch – trotz all meiner Nervosität.

Zudem habe ich zu etwas zurückgefunden, dass mir wirklich wirklich gefehlt hat: singen.
Ja, ich habe immer gerne gesungen und war bis zu meinem Studium auch immer gerne in Chören. Aber richtig auf der Bühne stehen lag mir nie. Das Internet ermöglicht nun aber andere Möglichkeiten. Dieses Jahr habe ich also angefangen, etwas zu üben, ganz für mich alleine. Und ich habe mich getraut euch via Instagram-Stories daran teilhaben zu lassen. Einfach weil ich gerne singe und Musik einen inspirierenden Anteil an meiner Schriftstellerei hat.

Kurzgeschichte

Ebenfalls zufrieden bin ich mit einer Kurzgeschichte, die ich bei einer Ausschreibung einreichen möchte. Derzeit befindet sie sich bei einigen Testlesenden und ich bin guter Dinge, dass ich sie rechtzeitig fertig bekomme. Planung ist schließlich alles – auch wenn ich länger daran gearbeitet habe, als eingeschätzt.
Das ist auch der einzige Punkt, den ich von meinen Vorhaben für 2021 wirklich abhaken kann.

Die Fails

Richtige Reinfälle hatte ich zum Glück nicht. Dazu bin ich schlicht zu wenig aktiv. Aber dass ich mir Dinge vorgenommen hatte und nicht geschafft, fällt ja auch darunter.

Am ärgerlichsten finde ich, dass mich der Kurzroman, den ich aus “Die kalte Hannah” machen wollte, vor ungeahnte Probleme gestellt hat. Für das, was mir gedanklich vorschwebt stellt die deutsche Sprache mich vor sehr große Schwierigkeiten. Mittlerweile habe ich zwar einen Lösungsweg mit ungewohnten sprachlichen Ausflügen. Trotzdem – oder deshalb? – verursachen neutrale Sprache und ein drittes unbestimmtes Geschlecht leider doch manchmal mehr Gedankenknoten, als mir lieb sind.
Aber ich denke, die Lösung dafür heißt: üben.

Die Überarbeitung des ersten Romans für “Das Haus ohne Zeit” geht leider nur sehr schleppend voran. Aber daran sehe ich zumindest, wie sich auch mein eigenes Schreiben seit der ersten Version vor einigen Jahren wieder verändert hat. Und auch meine Ansprüche an die Darstellung von Charakteren.
Es bleibt da also noch viel zu tun.

Was habe ich 2022 vor?

Allem voran möchte ich natürlich zuerst meine Kurzgeschichte fertig machen und sie wegschicken. Sollte diese nicht angenommen werden, habe ich dafür zwei Dinge im HInterkopf, was ich sonst damit anfangen könnte. Eine davon wäre der erste Selfpublishing-Versuch.

Auch gibt es da noch ein Gemeinschaftsprojekt, das mich unheimlich reiz und zu dem ich einen Kurzroman beitragen möchte. Ob ich damit bis zum angedachten Termin fertig werde, weiß ich nicht, aber das ist das zweite wichtige Projekt in diesem Jahr.

Zwischendrin muss ich wohl noch an meinem “Haus ohne Zeit” weiterbasteln, das soll ja auch noch fertig werden. Am besten auch bevor meine Tochter aus dem Zielgruppenalter wieder raus ist.

Möchtegern im Interview

Es gibt Dinge, die ich mich ab und zu einfach trauen muss. Aber mit genug (innerer) Vorbereitung bin ich auch in der Lage echte Autor*innengespräche zu führen. 

Mein erstes offizielles hatte ich jetzt im Rahmen des Nornennetzes mit Jasmin Engel 🙂 Wir haben uns für die Aktion “Writers on Writers” online getroffen und gegenseitig interviewt. Und ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Jasmin war eine sehr angenehme Gesprächspartnerin und die Technische Bearbeitung lag zum Glück in den Händen einer kompetenten Norne.

Weitere Interviews findet ihr auf dem YouTube-Kanal des Nornennetzes.
Da gibt es auch noch viele weitere interessante Themen Rund ums Fantasy-Genre und dessen Autor*innen 😉 Also stöbert ruhig noch eine Runde.

Hier geht es weiter:

Tabellenmotivation – oder: Wenn sichtbare Ergebnisse fehlen

Seit beginn der Pandemie sitze ich im Homeoffice. Ja, ich bin eine der Glücklichen, die ihre Brotjobarbeit ohne Abstriche von zuhause erledigen kann. An meiner Arbeitszeit hat das nicht geändert – bis darauf, dass sie nicht mehr automatisch registriert wurde.
Nun bin ich es gewohnt mich nach Möglichkeit gut zu organisieren und wollte unter allen Umständen sicher gehen, dass ich meine tägliche Arbeitszeit auch wirklich für den Brotjob verwendete und mich nicht in alltäglichen Haus- und Familiendingen verlor. Also kramte ich eine alte Excel-Tabelle hervor, mit der ich vor einigen Jahren über Monate ausgelotet hatte, wie viel meiner Arbeitszeit ich für was verwende. Die konnte ich schnell anpassen und hatte dadurch meine eigene kleine Zeitübersicht. Klappt alles wunderbar.

Und dann kam die Schreibkrise

Anfang des Jahres hatte ich, was mein Autorinnendasein anging, das Gefühl nicht voranzukommen. Ich war einfallslos und konnte mich schlecht motivieren. Meine Schreibzeit habe ich, bevor ich anfange zu brotjobben. Das funktioniert meistens auch sehr gut, selbst in der Homeschoolingzeit. Die Kinder waren entweder selbst bereits im Online-Unterricht oder haben einfach länger geschlafen.
Trotzdem lief die Überarbeitung, der ich mich seit einiger Zeit widmete, sehr schwerfällig und ich sah einfach kein Ende. Ich sah auch keinen Fortschritt. So demotiviert hatte ich keine Lust auf all die anderen Dingen, die mit dem Autorinnendasein einhergingen. Allgemein könnte ich in meiner Schreibzeit tausend andere Sachen machen; stricken zum Beispiel. Aber mein Herz hängt nun mal am Schreiben.

Sommerpause

Nachdem ich im Sommer eine Schreibpause eingelegt hatte, wollte ich im Urlaub wieder frisch ans Werk gehen. Das klappte nur bedingt. Zwar hatte ich die Motivation gleich zwei neue Projekte anzufangen, aber diese Überarbeitung wollte ich auch nicht einfach liegen lassen.
Dazu kam: Mir fiel es leichter, einen Text zu überarbeiten, als einen neuen zu schreiben. Das also wieder auf Eis zu legen und mich zum Schreiben der neuen Ideen zu zwingen war keine Option.

Unweigerlich stellte ich mir also die Frage, ob ich mein Schreiben besser – und vor allem motivierender – organisieren könnte. Im Brotjob klappte das schließlich auch mit Dingen, die ich zwar mag, deren Themen ich mir aber nicht selbst aussuche und die ich einfach umsetzen muss. Die Übersicht, wie lange ich an was gearbeitet habe, empfinde ich tatsächlich als motivierend. Ich sehe, wie viel Zeit ich investiert habe, auch wenn diese mit Fehlersuche draufging.
Aber ich dokumentiere mir selbst, dass ich gearbeitet habe. Merke ich, dass ich schon seit zehn Minuten an Twitter festhänge, muss ich was für die Kinder erledigen oder werde sonst irgendwie gestört, notiere ich das ebenfalls.

Warum also nicht das Tabellen-Konzept vom Brotjob auf meine Schreibzeit übertragen? Immerhin hat es bewiesen, dass meine Selbstorganisation und -motivation damit wunderbar klappt.

Motivation durch den Überblick

Im Grunde besteht mein Überblick nur aus wenigen Schritten, zu denen ich die Daten in der Tabelle festhalten muss:

  • Datum
  • Anfangs- und Endzeit
  • Arbeitstitel oder Stichwort zum bearbeiteten Projekt

Daraus berechnet das Dokument wie viel Schreibzeit ich hatte und addiert es zu der Gesamtzeit des Projektes. Ich kann also auf einen Blick sehen, wie viel Zeit ich insgesamt mit einem Projekt verbracht habe. Das vermittelt mir das Gefühl, wirklich etwas getan zu haben.
Mit wenig Aufwand kann ich mir noch zusammenrechnen lassen, wie viel Zeit ich wöchentlich und den ganzen Monat investiert habe.

Schreibübersicht 11.9. – 30.9.2021


Ein weiterer Vorteil dabei: wenn ich in meiner Schreibzeit merke, dass das Projekt, an dem ich arbeiten wollte, nicht geht, notiere ich die fünf Minuten und schaue, was ich anderes sinnvolles tun kann. Dadurch, dass ich meine Projekte im Dokument notiert habe, fällt es mir leichter, umzudisponieren.

Es mag seltsam klingen, aber allein dadurch, dass ich sehe, was ich tue und mit schnell etwas anderes suchen kann, habe ich wieder deutlich mehr Motivation. Und zu sehen, wie viel Zeit ich generell mit einem Projekt verbringe, sagt mir, dass ich wirklich Hirnschmalz investiert habe.

Funfakt zum Ende

Die Gesamtarbeitszeit an diesem Artikel beträgt 2 Stunden und 10 Minuten plus nochmal ca. 10 Minuten für die Bildauswahl, die ich nicht notiert habe, weil das zwischendurch über das Handy passiert ist 😉

Vom Ausmisten und Balast abwerfen

Ich miste aus. In meiner Wohnung steht eine schon seit Jahren dringend notwendige Renovierung an und ich nutze die Gelegenheit mich von einigen Dingen zu trennen – auch meine schon lange verstaubten Ordner mit meinem ebenso verstaubten überdimensionierten Erstlingswerk.

Der Anfang vom Schreiben

Irgendwann irgendwo habe ich die Geschichte, wie ich zum Schreiben kam, sicherlich schon erzählt; es war nicht das klassische: “Ich habe schon immer Geschichten geschrieben!”. Nein, mein Zugang zum Schreiben von Geschichten kam in der 11ten Klasse in einer Deutschstunde. Das Thema war kreatives Schreiben und es war das erste und einzige Mal, dass wir uns in der Schule damit beschäftigt hatten. Aber es eröffnete mir die Faszination an meinem eigenen Kopfkino.

Die Geschichte die ich damals schrieb rankte sich um eine Figur, die im Grunde mein damaliger Alter Ego war. Ich habe über sie geschrieben und habe sie im Rollenspiel ebenfalls verwendet. 

Nun war ich damals aber sehr naiv, sehr still und sehr wenig von mir selbst überzeugt. Ich wusste aber zumindest, was ich mochte und was nicht und wurde von meinen Mitschüler*innen in der Oberstufe auch einfach so akzeptiert, wie ich war. Damals war ich sehr auf einer düster-romantischen Schiene – und genauso sah das aus, was ich schrieb.

Romantasy und ich

Kurz vorweg: Es ist mittlerweile zwanzig Jahren her, dass ich mein Abitur gemacht habe. Die Twilight-Reihe existierte noch nicht, der erste Band von “Game of Thrones” war gerade erst erschienen und das Internet nahm erst langsam Fahrt auf. Meine Vorstellung von düster-romantischer Fantasy war geprägt durch Musicals und Ravenloft-Romane.
Beides war an Input nun mal irgendwann erschöpft und so ging ich sehr darin auf, selbst zu schreiben.

Mit etwas Distanz betrachtet, weiß ich mittlerweile, warum die wenigen Personen, denen ich etwas zu lesen gab, den Love Interest meines Alter Ego nicht leiden konnten. Das ging sogar soweit, dass mein Bruder eigene Funtasy-Texte mit ihm als den unbesiegbaren Oberbösen schrieb. Hätte er weiter verfolgen sollen, denn die finde ich immer noch weit mehr lesenswerter und unterhaltsamer, als meine Erstversuche.

Dennoch versuchte ich vor einige Jahren mein Erstlingswerk zu überarbeiten und teilweise neu zu schreiben. Das war der Punkt, an dem ich feststellte: das ist Romantasy. Und ich hasse Romantasy. Irgendwann in meinem Leben habe ich verstanden, dass mich das gegenseitige anschmachten von Figuren in einer Story (manchmal nachdem sie sich ausgiebig gehasst haben …) überhaupt gar nicht reizt. Mich interessieren vor allem die Figuren, die dynamik zwischen ihnen und ich brauche keinen Romance-Aspekt für eine Geschichte. Wenn es auf mich auch noch erzwungen und/oder unlogisch wirkt, finde ich es sogar lästig. Dass ich etwas geschrieben hatte, bei dem das sogar das zentrale Thema ist, war für mich zu dem Zeitpunkt schon schwer nachzuvollziehen. Die größte Klischee-Klatsche war aber mein Alter Ego.

Balast abwerfen

Zu dem Zeitpunkt, als ich versuchte das alles zu überarbeiten war mir eines schon klar: mein Alter Ego war in der gesamten Geschichte viel zu passiv. Das versuchte ich zwar zu ändern, aber am Ende war sie trotzdem nur das kleine schüchterne Mauerblümchen und einfach nur langweilig. Das typische “erblühen” gab es in der Story übrigens auch nicht, eher entwickelte sie sich überhaupt nicht.
Dazu gab es noch den unangenehme Aspekt, den ich in Bezug auf Romantasy leider auch allzu oft mitbekommen habe: Sie gab sich selbst auf. Im zweiten Roman existierte sie zu Beginn sogar nur noch weil sie glaubte, ein Freund bräuchte sie. Und um der Klischee-Klatsche genüge zu tun musste erst ein jemand in ihr Leben treten, der ihr einen Grund gab, weiterzuleben.

Von dem noch planlosen Teenie-Ich von damals habe ich mich emotional allerdings um Meilen entfernt und somit auch von meinem Alter Ego. Schlimmer noch: ich habe keine Verwendung mehr für den Charakter! Ich wüsste nicht, in welchem Umfeld meiner jetzigen Ideen und Geschichten sie noch irgendeine Rolle spielen könnte – nichtmal eine Nebenrolle.

Selbst eine Weiterentwicklung widerstrebt mir. Die Storyline um den Charakter lässt die Klischee-Leiste quasi platzen: Eltern tot, Prota bricht auf, um etwas über sich zu erfahren, trifft einen Kerl, verliebt sich und gibt alles auf, obwohl er ein Vampir ist und sie schon Jahrhunderte zuvor schon mal quasi umgebracht hat, dann taucht noch ein zweiter Kerl auf und bla bla …
Um diese Figur hat sich einfach so viel an Klischee und unangenehmen Aspekten angesammelt, dass ich sie komplett neu erfinden müsste. Aber lohnt sich das? Beim letzten Überarbeitungsversuch hatte ich es nur geschafft, dem Vampir einen nachvollziehbaren Hintergrund für seine Motivation zu verpassen, sodass er deutlich interessanter ist, als die Prota selbst.

Also habe ich eine Entscheidung getroffen und entrümple nicht nur meinen Schrank. Ich entledigte mich meines Alter Ego und noch einiger anderer Ideen, die damit zusammenhängen. Ich habe jede Menge neue, innovativere und durchdachtere Charaktere, über die ich schreiben kann. Auch wenn sie alle sicherlich einen Teil von mir widerspiegeln, ich würde davon keinen noch als “Alter Ego” bezeichnen. Und das ist gut so. So gewinne ich also nicht nur Platz im Schrank, sondern auch im Kopf.

Einzig die Ursprungsgeschichte werde ich behalten, denn damit fing schließlich alles an 😉

Buchempfehlung: Trywwidt von Klara Bellis

Lange lange habe ich an dem Buch gelesen: “Trywwidt: Die Kaiserin der ewigen Nacht” von Klara Bellis. Aber nicht, weil es langweilig, langatmig oder sonst irgendwie uninteressant gewesen wäre, sondern weil sich meine Lesezeit seit der Pandemie leider verringert hat. Die Pendelei zur Arbeit besteht aus der Durchkreuzung von Flur und Küche zu meinem Schreibtisch. Da bleibt wenig Luft zum Lesen.

Um so mehr kann ich die Autorin und das Buch loben, denn trotz langsamen Vorankommen hatte ich die Lust daran nicht verloren. Die Charaktere fand ich allesamt gelungen, trotz – oder gerade wegen? – der zuweilen überspitzten Klischees. Und auch den Schreibstil mag ich, auch wenn ich mir an manchen Stellen zugegebenermaßen etwas mehr des Drumherums beschrieben gewünscht hätte. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch, denn amüsant ist es auch. Und wer kann schon ein Buch schlecht finden, in dem ein paar Nazis eine gerechtfertigte Abreibung bekommen, die der Elfe Trywwidt und ihren neuen, mehr oder minder menschlichen Freund*innen auf Geheiß eines Wissenschaftlers das Leben schwer machen? Dabei wollte sie doch eigentlich nur eine Vampirpandemie verhindern.

Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen und werde sicher auch noch die Folgebände lesen.

Buchinformationen

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Titel: Trywwidt: Kaiserin der ewigen Nacht
Autor*in: Klara Bellis (https://klarabellis.de)
Verlag: Books on Demand (13. Oktober 2017)
ISBN: 978-3848258017

Rück- und Ausblick 2020/2021

Bildbeschreibung: Eine Reihe kleiner Briefchen

Das Jahr 2020 war stressig. Nicht nur wegen der Pandemie, auch mein Brotjob hat mich weit mehr vereinnahmt, als sonst. Alles in allem stelle ich im Nachhinein fest, dass mein Schreiben etwas auf der Strecke blieb. Nicht, weil ich nicht regelmäßig geschrieben hätte. Aber der Stress begann schon lange vor Pandemiezeiten und hat mich nicht mehr als Kurzgeschichten Zustandebringen lassen – auch wenn eine davon in der Badass Angels-Anthologie ihren Platz gefunden hat.
Zwei Kurzgeschichten für das Nornennetz habe ich auch noch geschafft; „Lila“ könnt ihr im Rahmen der Raunächte auf dem Netzwerk-Blog lesen, die zweite wartet noch auf ihren Auftritt.

Und was sind die Ziele für mein stressfreieres 2021?

Allem voran möchte ich den Ausbau einer Kurzgeschichte zum Kurzroman fertig bekommen. Die Rohfassung steht fast, das sollte also innerhalb einiger Wochen zu schaffen sein.
Danach folgt jedoch ein Projekt, mit dem ich mich schon länger nicht mehr beschäftigt habe. Jetzt ist das zweite Kind im Lesealter und weit lesefreudiger, als das erste. Ich werde also „Das Haus ohne Zeit“ wieder anfassen, aktualisieren und vielleicht auch auf einen guten Weg bringen. Eine eifrige Testleserin hätte ich immerhin schon.

Ob ich Zeit und Lust habe noch eine Kurzgeschichte dazwischen zu schieben, weil mich eine Ausschreibung anlacht, werden wir sehen. In jedem Fall wird leider keines der beiden Hauptprojekte dieses Jahr veröffentlichungsreif.

Bildbeschrebung: Eine Reihe kleiner Briefchen.

Die #Badass_Angel-Anthologie ist da!

Die Wartezeit ist endlich vorbei! Seit dem 1. November ist die Anthologie „Badass Angels“ endlich als eBook veröffentlicht – und damit auch meine zweite Kurgeschichte.

„Der Kreigsengel“ ist eine der Ideen, die entstand, weil mein Hirn mich nicht in Ruhe gelassen hat. Mit Engeln habe ich allgemein nicht viel am Hut und deswegen nie weiter darüber nachgedacht. Die Ausschreibung zur Anthologie brachte aber die Frage auf: gibt es so etwas in der Richtung denn in meinem Weltengefüge?
Aus der Überlegung (und zugegebener Maßen gewissen medialen Einflüssen) entstand meine Kurzgeschichte.

Diese und die Geschichten von weiteren tollen Autor*innen könnt ihr nun endlich lesen 😉 Bis Ende November 2020 bekommt ihr es sogar zum Aktionspreis als eBook bei Amazon und Tolino.
Und ja, für Leute wie mich, die doch immer noch gerne auch ein gedrucktes Buch haben: eine Printausgabe wird es auch geben.

BADASS ANGELS: Gefiederte Kreaturen

Mit Geschichten von:

#Buchempfehlung: „Mind Ripper“ von Nadine Erdmann

Es ist mal wieder eine Rezension fällig. Dieses Mal zum ersten Band der Cyberworld-Reihe “Mind Ripper” von Nadine Erdmann.

Im Buch geht es vornehmlich um die Zwillinge Jemma und Jamie, sowie dessen gemeinsamen Freund Zack. Mit ein paar weiteren Freunden spielen sie gerne online Virtual Reality-Games verschiedenster Art. Doch nachdem sie das aktuelle Fantasy-Rollenspiel beendet haben, mahnt Jemmas und Jamies Vater sie zur Vorsicht. In London fielen mehrere Jungen während des Spielens ins Koma. Zuletzt traf es sogar einen Jungen aus ihrer Schule. Als ihnen jedoch unerwartet die Möglichkeit eröffnet wird, bei der Aufklärung der Koma-Fälle zu helfen, lassen sich alle drei nicht lange bitten.

Im Großen und Ganzen ist “Mind Ripper” eine schöne, runde Story, deren Auflösung mir sogar richtig gut gefallen hat. Trotzdem habe ich überlegt, ob ich eine Rezension schreiben soll, denn das Buch hatte seine Längen. Diverse Beziehungsproblemchen sind einfach nicht mein Fall (ich bin aber auch nicht unbedingt Zielgruppe ;)), die wechselnde Erzählperspektive innerhalb von Kapiteln fand ich gewöhnungsbedürftig und es war für mich auch eine Annäherung an Science Fiction als Lesestoff – da habe ich bisher tatsächlich wenig zu verzeichnen.

Das Positive überwiegen allerdings. Die Charakterbesetzung ist weitestgehend divers aufgebaut (auch wenn ich inständig hoffe, dass die einzige Figur, die explizit als Schwarz bezeichnet wurde, in den Folgebüchern eine größere Rolle spielen wird …) und waren auch glaubhaft umgesetzt. Neben dem Science Fiction Ambiente mit Haushaltsrobottern und deutlich fortgeschrittener VR-Technologie war das Setting in der Cyberworld selbst Dark Fantasy. Im Großen und Ganzen eine gelungene Mischung.

Das Buch bekommt von mir also eine Leseempfehlung 🙂 Und was mich angeht, ich werde ich auch den zweiten Band noch lesen.

Autor*in: Nadine Erdmann
Verlag: Greenlight Press
ISBN: 987-3-95834-220-0

Märchensommer 2020

Dies ist eine Station der Märchensommer Märchenrallye von PoiSonPaiNter, den Anfang dieser Runde findet ihr hier: https://www.randompoison.com/2020/06/03/rallye-20/

Während Regina und ihre Tante versuchten die Anleitung, die sie im Internet gefunden und auf den großen Flachbildschirm übertragen hatten zu folgen, kommentierte ihre Großmutter jeden ihrer Handgriffe mit Ratschlägen.
„Mama!“, fuhr Susi sie nach der fünfzigsten Bemerkung, dass die Ranke doch von rechts nach links zu knüpfen doch viel hübscher aussehen würde, an. „Sei still oder geh Peggy helfen!“
„Nein!“, ertönte sogleich der Protest aus der Küche.
„Wer von uns hat hier mehr Erfahrung mit magischen Kräften?“, entgegnete ihre Großmutter störrisch und verschränkte die Arme.
„Oh, es hat eine magische Bewandtnis, ob wir die Ranken linksrum oder rechtsrum knüpfen?“ Die Frage triefte nur so von Sarkasmus.
„Möglich“, war die sture Antwort und ihre Großmutter drehte den Kopf zur Seite.
„Du weißt es nicht! Also lass uns arbeiten!“, behauptete Susi und schüttelte genervt den Kopf, dann schien ihr eine Idee zu kommen und sie drehte sich noch einmal zu ihrer Mutter um.
„Oder möchtest du gar nicht, dass wir den Jungen erlösen?“
Stille breitete sich im Raum aus. Wollte ihre Großmutter wirklich versuchen, die Rettungsaktion zu sabotieren, damit Wolf ein Schwan blieb? Das konnte Regina sich nicht vorstellen.
„Er hat Regina beleidigt und verletzt!“, brach es aus der alten Frau heraus. „Dafür hat er eine Strafe mehr als verdient!“
„Ja, aber doch nicht für immer!“, entfuhr es Regina und sie war selbst erschrocken, dass sie sich auf Wolfs Seite stellte.

Mein Märchen: Die kleine Meerjungfrau

Das Märchen ist ein Stück meiner Kindheit, in zweifacher Ausführung.
Arielle die Meerjungfrau kennt sicherlich jeder. Dazu brauche ich nicht viel sagen. Aber es gab noch einen zweiten Film, den ich unheimlich gerne mochte. Es war die tschechische Verfilmung, die wie auch das Märchen von Hans Christian Andersen kein gutes Ende nimmt.
Ich habe mir also schon immer gerne mehrere Versionen der selben Geschichte zu Gemühte geführt. Und ich bin nun auch auf die kommende neue Disney-Version gespannt, in der Erwartung, dass auch die wieder anders wird.

Rallyefrage

Was opfert die kleine Meerjungfrau dafür menschlich zu sein?


a)    Ihre Sehkraft – Stella Delaney
b)    Ihre Stimme – Bücherfansite
c)    Ihren Geschmacksinn – Christina Löw

#WelttagdesBuches: Blogroman „Heimsuchung“ als lesefreundlicheres PDF

Stilleben: Shelfie mit Blogroman "Heimsuchung"

Liebe Leser*innen,

fast drei Jahre ist es her, dass ich das erste Kapitel meines Blogromans “Heimsuchung” veröffentlicht habe, im Dezember 2017 habe ich ihn beendet. Er entstand als Herzensprojekt zu meiner Protagonistin Sananka – und ist es noch.

Für den Welttag des Buches 2020 habe ich mich entschieden, meinen Blogroman in eine besser lesbare Form zu bringen.
Als Dark Fantasy kommt er entsprechend düster daher, bitte beachtet daher die Triggerwarnungen im Buch.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Blogroman „Heimsuchung“ von Jule Reichert