Die richtigen Leute (Jarek / Mika)

Jarek las das Abkommen noch einmal und starrte danach geraume Zeit das Pergament an. „Das ist doch nicht deren Ernst …“, sagte er verwirrt und schaute irritiert zu Mika. Diese hatte abgewartet und hob nun fragend eine Augenbraue. „Sie wollen, dass wir so lange bleiben und die Wolfsrufer unterstützen, bis sie ein freies Volk sind.“
Herzschläge vergingen, in denen Mika ihn ungläubig anblickte. „Das kann Jahre dauern …“ Sie nahm Jarek den Vertrag aus den Händen und las ihn selbst.
Jarek schüttelte den Kopf. Die drei Sprecher der Wolfsrufer standen nur wenige Schritte entfernt, glücklich Unterstützung zu haben. Wie sie überhaupt auf die Idee gekommen waren, sich zur Wehr zu setzten, war Jarek ein Rätsel. Sie konnten Fischen, Ziegen hüten und Beeren sammeln, sie waren passable Handwerker und lebten zurückgezogen in ihren kleinen Dörfern. Zugegeben, es war nicht rechtens, dass man sie zunehmend aus diesen vertrieb, ihnen ihr Land streitig machte, um nach Schätzen zu suchen. Aber diese Leute waren so friedlich und harmonisch, wie sollte man ausgerechnet diese zu Kämpfern erziehen?
Die drei Sprecher, zwei Männer und eine Frau, alle bestenfalls dem Kindesalter entwachsen, diskutierten gerade in ihrer schnarrenden Sprache über die nächsten Pläne, die sie hatten. Jarek schnappte etwas wie „Infiltration“ und „Verständigung auf Diplomatie“ auf.
„Das ist ein Ding der Unmöglichkeit“, seufzte Jarek.
Mika folgte seinem Blick und zuckte mit den Schultern. „Jemand muss sie ausbilden.“
„Und wer?“ Verständnislos über diese Erkenntnis sah Jarek seine Frau an. „Wir etwas? Wir können sie nicht zu Kämpfern machen. Wir sind ja nichtmal selbst richtige Kämper. Dann können wir sie gleich ausrotten. Wir sind nicht die richtigen Leute für so etwas.“ Jarek seufzte resignierend, runzelte dann jedoch die Stirn.
„Sie benötigen einen Vertreter …“, sprach Mika seine Gedanken aus.
„Jemanden, der die richtigen Leute kennt …“, ergänzte Jarek. Als sich sein Blick mit dem Mikas traf wusste er, sie hatten die gleiche Person im Sinn und ein verschmitztes Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus. „Falkon.“

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