Wenn der Alltag die Phantasie frisst

Ganz so scheint es im Moment bei mir zu sein. Seit mindestens zwei Wochen hänge ich in den Seilen. Seit mein Mann nun auch endlich etwas zu tun hat, ist mein Alltag deutlich anstrengender geworden. Und leider auch erst einmal länger.
Hatte ich es vorher ja schon nicht mehr geschafft, früher aufzustehen, um zu schreiben, hat es wenigstens ein paar Mal in der Woche abends funktioniert. In den letzten zwei Wochen gab es einen einzigen Tag, an dem ich die Konzentration für eine halbe Stunde Überarbeitung aufgebracht habe, mehr nicht.

Den Zeit- und Energiefresser habe ich schon ganz zu Anfang ausgemacht. Er heißt Kindergarten. Dadurch, dass ich Töchterchen nun nicht mehr nur einmal in der Woche zum Kindergarten bringe und die anderen Male meinem Mann überlasse, sondern es jeden Tag tun muss, komme ich später zur Arbeit. Dank Gleitzeit bin ich dann drei Mal die Woche erst um 17 Uhr zuhause. Einmal bleibe ich ohnehin noch länger, das andere Mal muss ich wegen eines regelmäßigen Termins früher los. Es besteht also die ganze Woche kaum die Chance früher zuhause zu sein.

Und alles nur, weil Töchterchen nicht in unseren Wunschkindergarten gehen konnte. Der liegt nämlich auf dem Weg zu meiner Arbeit. Für ihren Jetzigen muss ich einen zeitfressenden und anstrengenden Umweg machen; zu Fuß oder mit dem Rad.

Bei all dem stelle ich fest: mein Hirn streikt. Sobald ich versuche etwas Kreatives zu schreiben, ist da nur Leere in meinem Kopf. Im schlimmsten Fall drehen sich meine Gedanken nur um den Alltag. Wann kann ich dies oder jenes erledigen, ohne erst um acht zuhause zu sein? Was muss ich kochen, damit das auch alles irgendwie klappt? Was? Wann? Wie? Ich führe täglich einen Kampf, früh genug zuhause zu sein, dafür zu sorgen, dass die Kinder etwas essen, der Hund noch einmal spazieren geht und mein Tag mit Vorlesen auch wirklich um acht Uhr abends endet. Denn die ein bis zwei Stunden, die ich dann noch habe, sind die einzigen, die mir am Tag für meine eigene Erholung bleiben. Doch selbst die fallen an mindestens zwei Tagen der Müdigkeit zum Opfer.
Ich hoffe einfach, dass dann, wenn mein Körper sich wenigstens an die neue Anstrengung gewöhnt hat, es auch wieder besser mit dem Schreiben klappt.

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3 Kommentare zu „Wenn der Alltag die Phantasie frisst

  1. Ganz bestimmt! Geht mir im Moment nämlich genauso. Arbeite seit 1. Oktober wieder zu 80% (32.8 Std/Woche). Arbeitsweg 2 Stunden/Tag. Da bleibt auch nicht mehr viel übrig. Alles zu seiner Zeit. Derweil gönnen wir uns am Abend doch lieber ein kühles Bierchen und warten bis die Muse uns wieder küsst! ;-).

    1. Immerhin stehe ich nicht alleine da 😉 Aber ich setzte meine Hoffnungen auf die Zeitumstellung. Wenn die kommt, schaffe ich es hoffentlich wieder morgens „früher“ aufzutehen (technisch gesehen ist das dann ja immer noch später als vorher ;)) und meine Schreibzeit wieder fest in meinen Tagesablauf zu integrieren.

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