Buchgedanken: Einfach nicht mein Stil

Manchmal will es einfach nicht klappen. Ich lese Titel, Aufmachungen und Klappentexte von Büchern, die mich ansprechen, kaufe oder leihe es – und stelle fest, der Stil ist einfach nichts für mich. Ich möchte das nicht wirklich lesen, denn es spricht mich nicht wirklich an. Auch, wenn der Plot noch so interessant ist, wenn mich die Charaktere nicht wenigstens ein bisschen interessieren oder mitnehmen, steige ich aus.

Und genau das passiert mir nun zum dritten Mal bei einem Buch von Bernhard Hennen.
Das erste Buch las ich schon vor Jahren. Den Titel habe ich vergessen, aber ich erinnere mich dunkel daran, dass es um einen Jungen ging, der eine Elfe oder eine Fee gefunden hatte und dessen Mutter seinen Vater wegen dessen Sekretärin verlassen hat. Einen Fakt, den ich mir gemerkt habe, weil ich es für ein Jugendbuch ungewöhnlich hielt. Allerdings war mir das alles zu physiklastig. Physik ist für mich vielfach ein bömisches Dorf (und ja, ich habe mich schon mehrmals darin versucht, das alles zu verstehen und vor allem zu merken und nachzuvollziehen ;)) und so machte mir das Lesen wenig Spaß.

Das zweite Buch habe ich anfang des Jahres ausgeliehen; den ersten Band der »Drachenelfen«. Und wer sich jetzt wundert: Nein, meine Drachenelfe hat rein gar nichts mit den Romanen zu tun. Meine Drachenelfe – und damit auch mein Nickname, den ich gerne verwende – existiert schon weit länger, als die Bücher auf dem Markt sind. Dennoch war der Titel anlass, dann doch mal zu lesen, womit ich da vielleicht bei manchen Leuten in Verbindung gebracht werde. Außerdem waren Jahre vergangen und ich wollte dem Autor noch eine Chance geben. Ich habe mich schließlich weiter entwickelt und er sicherlich auch.
Was soll ich sagen? Ja, er hat sich weiterentwickelt. Dennoch passierte es wieder: Ich konnte das Buch nicht zu Ende lesen. Für mich war an der Stelle Schluss, an dem der Autor von mir erwartete, dass ich lese, wie eine Mutter ihr Kind umbringt. Nein, danke! Zuerst dachte ich, dass das sicherlich ausgeblendet wird. Damit wäre ich noch klar gekommen. Doch es ging immer weiter und irgendwann blätterte ich vor, um das Ende Szene zu überfliegen. Und ja, das Kind war am Ende tot. Also habe ich nicht weiter gelesen. Das muss ich mir nicht antun. Ich habe Kinder und mein Kopfkino täte sein übriges. Darauf kann ich sehr gut verzichten.
An der Stelle war also endgültig Schluss. Weder die Story noch einer der Charaktere war so reizvoll, dass ich das einfach hätte übergehen können und einfach weiterlesen.

An dem dritten Versuch hänge ich gerade noch. Ich war neulich in „meiner“ Buchhandlung und dort lächelte mich der erste Band der »Phileasson-Saga« in Buchform an. Da griff die Nostalgie zu. Ich habe Das Schwarze Auge (oder kurz DSA) gespielt, lange Zeit als Pen&Paper-Rollenspie, lange Zeit auch in einem Rollenspielchat. Zu besagter beliebter Saga bin ich allerdings niemals gekommen. Außerdem war es DSA, was sollte da schon Schlimmes drin stehen, das ich nicht lesen will? Zugegeben, ich habe auch schon DSA-Romane gelesen, die ich nicht gut fand. Ich erinnere mich nicht, dass mir eines wirklich sauer aufgestoßen sei.
Also gab ich Bernhard Hennen die zweite Chance und wurde gleich im Prolog wieder bitter enttäuscht. Genauso wenig, wie ich lesen möchte, wie eine Mutter ihr Kind umbringt, will ich lesen, wie ein Mädchen vergewaltigt wird. Zudem zog sich dieser Prolog schier endlos. Leider hat er für das erste Buch bisher kaum mehr Wert, als zu erklären, weswegen zwei Mitstreiter diese ewig lange Reise um Aventurien herum überhaupt antreten.
Gelesen habe ich bisher etwa zwei Drittel des Buches. Ich denke, ich werde es zumindest auch noch fertig lesen, auch wenn das wirklich nur der Nostalgie geschuldet ist. Die Charaktere haben zu wenig Tiefe und es sind einfach zu viele involviert, aus deren Perspektieve geschrieben wird. Es ist alles eher oberflächlich und vermittelt mir leider auch nur ein warmes Lüftchen des DSA, an das ich mich erinnere. Es weckt nur wieder den Wunsch, mal wieder zu spielen. Aber die Zeit dafür finde ich nicht. Weder in einem Chat, noch in einer echten Rollenspielgruppe.

Mein Fazit an dieser Stelle ich also leider: Ich sollte die Finger von Büchern von Bernhard Hennen lassen. Das scheint nichts zu werden. Sie sind eben einfach nicht mein Stil.

PS: Ja, ich habe nun auch festgestellt, dass Bernhard Hennen mehrere DSA-Bücher geschrieben hat. Ich erinnere mich daran, dass eines lange in meinem Schrank stand, doch gelesen habe ich es nie. Auch das hat mich nicht wirklich angesprochen und wurde damals nur gekauft, weil es halt Das Schwarze Auge war.

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2 Kommentare zu „Buchgedanken: Einfach nicht mein Stil

  1. Kenne ich. Finde ich nicht schlimm, ist dann einfach so. Lieber so rum, als dass mir ein Schreibstil wunderbar gefällt, die Story oder Charaktere aber einfach absolut nichts für mich sind. (s. Patrick Rothfuss). Das wurmt mich dann immer 😀

    1. Stimmt, ein guter Schreibstil macht es auch nicht alleine 🙂 Aber wenn mich weder die Story noch der Charakter reizt, kaufe ich ein Buch meist erst gar nicht. Das tut meiner Geldbörse also zumindest besser.

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