Zur #Autorinnenzeit

Bevor der Mai ganz vorbei ist, wollte ich zumindest noch einen Artikel zur #Autorinnenzeit beitragen, die Sven Hensel ins Leben gerufen hat.

Ich habe hin und her überlegt, denn: Welchen Beitrag könnte ich am besten leisten? Es ist keine leichte Entscheidung. Wenn ich meinen Bücherschrank betrachte, springen mir viele wunderbare Romane von Autorinnen ins Auge. Von Astrid Lindgren über Cornelia Funke bis hin zu Ilona Andrews stehen alle möglichen Bücher von Autorinnen in meinem Regal; selbst nachdem ich die letzten Jahre aus Platzmangel immer wieder massiv aussortieren musste. Behalten habe ich wirklich nur jene Bücher, die mir sehr gut gefallen haben und die ich einfach nicht hergeben wollte.

Aber fangen wir mal am Anfang an, nämlich bei den Autorinnen.
Im Kontext der Autorinnenzeit lieferte mir Twitter viele viele Aussagen, die sich Autorinnen anhören müssen, die ein Autor sicher niemals zu hören bekam. Oder glaubt ihr, jemand hätte Stephen King jemals gefragt, wer sich denn um seine Kinder kümmere, während er schreibt?
Ich gebe zu, diese Art von Sprüchen kenne ich als berufstätige Mutter nur zu gut. Aber die Frage, warum man als Frau nicht mehr mit Romantik schreibt, brachte mich doch sehr ins Grübeln. Immerhin ist die einzige Sparte im Fantasy, mit der ich so rein gar nichts mehr anfangen kann, die Romantasy. Romantik? Wenn es in die Geschichte passt, kein Thema. So was birgt immer schönes Konfliktpotential. Allerdings wird es sicherlich so schnell kein Hauptthema bei mir sein. Da gibt es wirklich Wichtigtes als Beziehungskisten.

Irgendwann im Laufe des Mai stand ich schließlich in meiner Lieblingsbuchhandlung. Ich hatte etwas Zeit zum Stöbern und überflog die eigentlich gut sortierte Fantasy-Ecke. Allerdings fiel mir auf, dass es wirklich kaum Bücher von Autorinnen gab. Nicht mit vollem Namen und auch nicht mit abgekürzten Vornamen. Es gab in der Fantasy-Ecke ein einziges Buch von einer Autorin. Und wieder grübelte ich.
Warum ist das so? Warum wird man als Frau so oft schräg angesehen, wenn man einfach nicht in das Klischee passt? Zum Glück kann ich behaupten, dass mir selbst diese Art von Klischeedenken bisher nur als Mutter begegnet ist. Sobald frau Mutter wird, werden Erwartungen in einen gesetzt. Jedes Mal, wenn der Mann mit stolz berichtete, dass ihn jemand gelobt hätte, weil er sich um die Kinder kümmere, wurde mit das klar. Keine Frau, vor allem keine andere Mutter, käme jemals auf die Idee, eine Mutter dafür zu loben. Von Müttern wird einfach erwartet, dass sie sich gut um ihre Kinder kümmern und fertig. Da scheint es schon oft bedauernswert zu sein, wenn frau arbeitet.
Offensichtlich zieht sich dieses Phänomen durch sämtliche Lebensbereiche. Es gibt Klischees, die bedient werden wollen und durch die Erwartungen freigesetzt werden. Und ja, die gibt es bei Männern und Frauen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen.

Der Konsens meiner Überlegungen ist also: Hört einfach auf damit! Hört auf, danach zu schauen, ob jemand männlich oder weiblich ist und denkt nicht in Vorurteilen. Ihr macht damit anderen nur das Leben schwer. Männern und Frauen und Kindern.
Die #Autorinnenzeit ist dazu gedacht den Fokus auf die weiblichen Autoren zu richten, die genauso gut und schlecht schreiben, wie männlichen Autoren. Also, schaut doch einfach nicht auf den Autorennamen, wenn ihr das nächste Buch kauft. Schaut auf den Inhalt. Und wenn er euch gefällt ist es doch völlig egal, wer das Buch geschrieben hat.

 

 
Weitere schöne Beiträge zur #Autorinnenzeit findet ihr übrigens unter Anderem bei:

 

 

 

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Ein Kommentar zu „Zur #Autorinnenzeit

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