#NaNoWriMo-Vorbereitung: Maezaye DiVentin (Charakterinterview)

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Die Klinke der Tür bewegt sich, dennoch dauert es mehrere Sekunden, ehe die Frau endlich eintritt. Ihr Blick schweift durch den Raum, fixiert die beiden Stühle, die vor dem Schreibtisch stehen. Als Erstes fällt mir der handtellergroße Pyrit auf, den sie in einer Kette eingefasst um den Hals trägt. Bedachten Schrittes geht sie mir entgegen und ordnet den grünen Mantel, der ihre Hosen wie ein langer Rock umflattert. Sie faltet die Hände und lächelt. „Einen von den Göttern gesegneten Abend“, grüßt sie knapp und wartet darauf, dass sie platz nehmen darf. Die Rüschen ihres Hemdes streifen über die Lehnen des Stuhls, als sie sich setzt und beide Hände flach auf die Lehnen legt ohne sich anzulehnen. So schaut sie mir mit unruhigen grünen Augen entgegen und wartet auf die angekündigten Fragen.

Wie ist Euer Name?
„Maezaye DiVentin“, entgegnet die Frau und schaut zu, wie ich den Namen notiere. Mit einem Finger reibt sie sich über die blasse Narbe an ihrem Kinn, die sich hell von ihrer Haut abhebt und die auch die Strähnen ihrer roten Haare nicht verbergen können. „Gestattet mir eine Frage“, beginnt sie und wirft einen Blick auf das Namensschild auf dem Schreibtisch. „Informationesinspektorin Gordon. Welchem Zweck genau dient diese Befragung?“

Es handelt sich um eine allgemeine Datenerhebung. Die Daten dienen nur Eurer Charakterisierung und werden für nichts anderes verwendet.
Meazays runzelt die Stirn, nickt aber.

Ihr habt Familie?
Maezaye nickt erneut. „Sicher. Mein Vater Erest DiVentin, meine Schwester Tiziana DiVentin. Ebenfalls in unserem Hause zu Gast sind derzeit meine Tante Faelicita DiVentin und ihr Sohn, mein Cousin, Yincent DiVentin.“

Eure Mutter lebt nicht in Eurem Hause?
„Meine Mutter verstarb vor einigen Jahren bei einem tragischen Unfall“, entgegnet Maezaye sachlich und lächelt. Ihre Finger umfassen die Stuhllehne jedoch etwas fester.

Mein Beileid. Was ist Eure Berufung?
Maezayes Lächeln wirkt eingefroren, als sie antwortet. „Bedauerlicherweise war es mir nicht erlaub, mein Studium der arkanen Künste nach dem Tod meiner Mutter weiterzuführen. Derzeit habe ich keine Berufung.“

Wie finanziert Ihr Euch?
„Mein Vater betreibt ein florierendes Handelsgeschäft.“

Ich habe noch ein paar persönlichere Fragen, wenn Ihr gestattet.
Ein spöttischer Zug umspielt das Lächeln. „Waren die letzten Fragen nicht bereits persönlich genug?“

Was sind Eure Stärken und Eure Schwächen?
„Als Stärke dürfte sicherlich mein Verstand gelten“, entgegnet Maezaye nüchtern. „Meine offensichtlichste Schwäche ist sicherlich mein mentaler Hintergrund.“

Verstehe. Ihr wart die letzten Jahre in therapeutischer Behandlung?
Es dauert einen Augenblick, ehe sich die Antwort einen Weg durch das festgefrorene Lächeln gesucht hatte. „Das ist kein Geheimnis.“

Aus welchem Grund?
Das Lächeln fällt in sich zusammen. Maezayes Finger zeichnet erneut die Narbe nach, ehe sie sich nach vorne beugt. „Verzeiht, Informationesinspektorin Gordon, doch da Ihr wisst, dass ich eine Therapie genieße, ist Euch sicherlich ebenfalls der Grund dafür geläufig.“

Halluzinationen. Doch vielleicht könntet Ihr das näher spezifizieren?
„Ich sehe in manchen Gesichtern hin und wieder irreale Fratzen“, erklärt Maezaye knapp. Ihr Tonfall wird zwar kühl, ihre Haltung im Gegenzug jedoch entspannter, nachdenklicher.

Seit wann habt Ihr diese Halluzinationen?
„Seid meiner Kindheit.“

Hattet ihr diese bereits vor dem tragischen Unfalltod Eurer Mutter?
„Ja.“ Maezaye verengt die Augen und fährt sich erneut mit dem Zeugefinger über ihre Narbe. „Und falls Eure nächste Frage lautet, ob diese Halluzinationen im Zusammenhang mit dem Tod meiner Mutter stehen, so lautet auch diese Antwort: Ja.“

Eine letzte Frage: Was ist Eure Lieblingsfarbe?
Irritiert blinzelt Maezaye und richtet den Oberkörper wieder gerade auf. „Grün“, entgegnet sie und betrachtet mich kritisch. „Ein klares und sattes Grün

Vielen Dank, für Eure Kooperation. Allerdings muss ich Euch bitten, Euch für weitere Fragen bereitzuhalten.
„Weitere Fragen?“ Die Skepsis über dies Warnung schlägt sich nicht nur in ihrer Stimme nieder. Wieder werden ihre Augen enger und sie neigt sich nach vorne.

Wie gesagt: Es ist ein reines Routineverfahren.

Maezaye nickt und erhebt sich. „Nun, nichts gegen Euch, werte Informationsinspektorin, doch ich hoffe, es werden keine weiteren Fragen zu meiner Person aufgeworfen und eine weitere Begegnung mit Euch bleibt mir erspart“, entgegnet sie freundlich und verabschiedet sich. Wieder hält sie mit der Klinge in der Hand inne, als warte sie auf etwas, ehe sie die Raum verlässt.

Song: Stream of Passion – Autophobia

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