Autorenprobleme: Aber ich habe doch Urlaub!

Aber ich habe doch Urlaub! Dieser Satz kam mit in den letzten drei Wochen so oft in den Sinn.
Als Schreiberling mit Brotjob sind es die wenigen Wochen Urlaub im Jahr, die mir einen längeren Zeitraum Ruhe vom Alltagschaos bieten sollten – ja, „sollten“. Nicht nur, wer Familie hat, kennt das Problem: Ist dann mal mehr freie Zeit da, muss alles mögliche andere erledigt werden. Darüber hinaus sind noch Ferien, es waren also beide Kinder zuhause.

Aber ich habe doch Urlaub!
Pustekuchen! Urlaub heißt nicht, sich um nichts zu kümmern. Urlaub heißt den Alltag anders zu organisieren und irgendwo darin vielleicht doch noch das Eckchen Zeit zum Schreiben einzubauen. Nach Möglichkeit auch noch zu einem Zeitpunkt, an dem man weder zu müde noch zu gestresst ist. Aber im Urlaub wollen die Kinder beschäftigt werden, da will eine Wohnung auf Fordermann gebracht und Dinge erledigt werden, für die man sonst nie Zeit hat, da wollen Familie und Freunde auch etwas von meiner Unmenge Urlaubszeit ab haben und und und.
Kaum eine der Angelegenheiten ist eine völlig lästige Pflicht. Aber in all dem geht mein Wunsch nach Zeit zum Schreiben schlicht unter. Es gibt keine Regelmäßigkeit, es gibt nur die Gelegenheiten sich zwei, vielleicht drei mal die Woche hinzusetzten, den Laptop auszupacken und zu versuchen etwas vernünftiges zu Tippen.
Mir bleibt also in der letzten Urlaubswoche nur die Hoffnung, die Zeit zu finden umzusetzen, was ich möchte. Wenigstens eine einzige Szene will geschrieben werden, wenigstes eine! Denn: Ich habe doch Urlaub! Ich will schreiben!

Wortklaubereien: Und sie versuchten, aber es ging nicht …

Zur letzten Überarbeitung meines Blogromans habe ich mir eine Beta-Datei zusammengestellt, in der ich all die bedenkenswerten Kommentare meiner Betaleser gesammelt habe. Bereits während ich die Datei zusammenstellte, fiel mir eines auf: Beide Perspektivträger versuchen es immer nur. Sie versuchen leise zu sein, sie versuchen nicht zu atmen oder versuchen etwas zu ignorieren.

Als ich das bemerkte, ging mir eine Szene aus einem meiner Lieblings-Disneyfilme durch den Kopf. Jene Szene, in der sich Arielle* bei ihrem Vater für die versäumte Vorstellung entschuldigt und ihr Freund Fabius ihre Abwesenheit rechtfertigt.
Fabius redet sich um Kopf und Kragen:

Also zuerst hat uns dieser Hai gejagt. Ja, äh, ja. Und wir versuchten, aber es ging nicht. Und er Grrrr! Und Wir Boaw! Aber dann kam diese Seemöve und erzählte dies und das und das und jenes.
(Synchronisation von 1989)

Und jedes Mal, wenn ich diese Szene im Kopf habe, weiß ich: Das sind all die schönen Stellen, an denen ich zwangsläufig deutlicher werden muss, sonst rede ich mich noch wie Fabius um Kopf und Kragen.

Zugegeben, dem Kontext meines Blogromans kann man letztlich entnehmen, dass die Versuche meistens fruchten. Allerdings, warum versuchen, wenn sie es doch einfach machen können? Das Machen ist es, was fehlt. Ich will keine Versucher, ich will Macher.
Also, liebe Charaktere, lasst doch die Versuche und tut einfach etwas! 😉

 

 

 

* Wer zu Arielle Erklärungsbedarf hat – so unwahrscheinlich mir das auch erscheint – dem rate ich, den Disney-Film zu schauen oder eine Tochter, Nichte oder Enkelin zu fragen. Sicherlich können diese aufklären.

Ein paar Marketinggedanken

Eigentlich ist Marketing überhaupt nicht mein Ding. Ich gedenke auch nicht unter die Selfpublisher zu gehen, dazu neige ich viel zu sehr zur Freigebigkeit (schließlich sollen die Leser ja vor allem Spaß beim Lesen haben) und kann mich selbst viel zu schlecht verkaufen.
Besonders Letzteres ist aber auch ein Grund, weswegen ich einen Blogroman veröffentlichen möchte. Da kann ich einfach meinen eigenen Stil für mich sprechen lassen. Und ich persönlich mag freie Inhalte im Web. Denn frei heißt ja nicht gleich, dass es Schrott sein muss. Hinter vielen freien Angeboten steckt aber natürlich auch ein Marketingkonzept.

Darüber nachgedacht habe ich nun zum ersten mal im Zuge der freien Webserie RWBY von Rooster Teeth. Nur per Zufall bin ich drüber gestolpert, dennoch hat sie sich zu der derzeitigen Lieblingsserie beider Kinder und mir gemausert. Fasziniert hat mich die Serie unter anderem wegen ihrer Musik. Mit solch rockigem Sound ist selten eine Serie unterlegt und das mag ich bekanntlich ja sehr gerne. Was tut Frau also, wenn sie eine Serie hat, die sie gut findet und dann auch noch gute Musik dabei ist? Klar, sie schaut nach, ob sie die Musik auch irgendwo auftreiben kann. Und siehe da, Amazon sei Dank konnte ich die Musik kaufen. Die DVD’s werden sicherlich bald folgen.
Sohnemann hat sich der Suche angeschlossen und noch viel mehr Merchandisingartikel gefunden. Es gibt Bettwäsche und Poster und er hat sogar die Waffen in Cosplayformat gefunden (denn welches Kind möchte nicht gerne eine übergroße Sense schwingen ^^).
In wieweit das alles noch von Rooster Teeth indiziert ist, weiß ich nicht, aber das Konzept zieht. Und es ist nicht das erste Mal, dass mir das Konzept begegnet.

Die Möglichkeiten, die das Web bietet, wurde mir zum ersten Mal bewusst, als ich auf Dr. Horrible’s Sing-Along Blog stieß. Die Macher dieses schönes Musicals sind Joss Whedon und seine beiden Brüder, also musste ich es mir ansehen und es hat mir sehr gut gefallen – keine Überraschung. Noch habe ich nichts von Joss Whedon gesehen, dass mir nicht gefallen hätte. Also habe ich getan, was ich in solchen Fällen meistens tue und habe mir Musik und DVD besorgt. Ich investiere nun mal gerne mein Geld, wenn ich weiß, was ich davon habe.
Ähnlich geht es mir auch mit diversen Bands. Auf Musik kann ich nur aufmerksam werden, wenn ich sie höre. Eine meiner Lieblingsbands zum Beispiel, Lyriel, habe ich nur durch Zufall beim Stöbern entdeckt. Auf ihrer Website hatten sie viele ihrer Songs als freie Downloads angeboten und ich konnte mich einhören. Das Resultat: Sie haben einen treuen „Fan“ gewonnen, denn wenn etwas Neues kommt, kann ich darauf zählen, dass es gut ist. Und falls nicht, ärgere ich mich zwar, halte es aber nicht für rausgeschmissenes Geld. Das nächste Album wird dann bestimmt wieder besser. Ein ähnliches Prinzip verfolgt wohl auch Amazon mit seinen Prime-Angeboten. Insbesondere bei der Musik, die man sich da kostenlos anhören kann, bin ich bereits schwach geworden.

Dieses Stöbern und einen ersten Eindruck gewinnen ist übrigens auch der Grund, weswegen ich mir meine Bücher am allerliebsten in der Buchhandlung aussuche: Ich kann sie anfassen, reinschnuppern, sehen, wie es ist, bevor ich es kaufe. Und meistens habe ich ein sehr gutes Gespür dafür, welches mir gefallen könnte und welches nicht.

Sicherlich werde ich für meinen Blogroman kein richtiges Marketingkonzept erarbeiten. Dennoch ist es wohl genau der Gedanke, der dahintersteckt: Wer diese Geschichte mag, wird auch andere von mir mögen. Fehlt nur noch, dass sie veröffentlicht werden 😉

Lilly Lichtmaus und das Dickkopfkind

Im letzten Monat habe ich mich vornehmlich den Lilly Lichtmaus-Geschichten gewidmet. Lilly Lichtmaus ist die eigens von meiner Tochter erfundene Superheldinnenfee – und da liegt das Problem.

Die erste Geschichte, die ich schrieb, brachte Töchterchen zum schmollen. In dieser Geschichte ist Lilly Lichtmaus leider ein ganz klein wenig verschnupft und Töchterchen weigert sich das gut zu finden. Lilly Lichtmaus ist eine Superheldinnenfee und die wird NIEMALS krank. Diese Geschichte will sie also gar nicht mehr hören. Aber ohne Schnupfen funktioniert diese Geschichte leider nicht.

Die nächste Geschichte war mehr nach Töchterchens Geschmack. Doch jetzt, nach der Überarbeitung, passt Töchterchen wieder etwas nicht mehr in den Kram. Lilly Lichtmaus hat doch wieder ihre richtigen Flügel und keine Roboterflügel mehr!
Äh ja. Mein Fehler. Ich hätte, Töchterchen eben keine Feenflügel zu Weihnachten schenken, sondern besser Roboterflügel. Leider funktioniert die Geschichte nicht ganz so gut, wenn Lilly keine Roboterflügel hat.

An Geschichte Nummer drei nun hat Töchterchen – zum Glück – bisher nichts auszusetzen; einmal davon abgesehen, dass ich nicht wie gefordert darüber geschrieben habe, wie Lilly Lichtmaus auf Pokemonfang geht.

Um wirklich alle neuen Ideen einzubauen, die Töchterchen so aufbringt, müsste ich wohl entschieden schneller schreiben. Aber mmerhin sersteht Sohnemann die Ironie hinter den Geschichten; ihm gefällt sie 😉

Wortklaubereien: killen vs. töten

Wir haben zwei Kater. Manchmal bringt einer von ihnen des Nachts eine Maus mit in die Wohnung. Doch der jüngere Kater, ich nenne ihn im Folgenden einfach Fusselfluff, ist schlau: Er wirft sie in die Badewanne und spielt dort mit ihr. Es gibt kein Entkommen für das arme Tier.

Es war einer der Morgende, an denen ich Blutspuren und einen Teil der Eingeweide* in der Badewanne fand, an dem mir die Kontroverse der beiden Worte auffiel. Im Gespräch mit Sohnemann merkte ich irgendwann an, der Fusselfluff habe wieder einmal eine Maus gekillt.
Gekillt … In diesem Kontext hörte sich das Wort sehr seltsam an. Von „gekillt“ spricht man in Computerspielen, bei virtuellen Gegnern. Sohnemann bestätigte mir das und erzählte von YouTubern und Freunden, die das Wort so benutzten. In der Computerwelt spricht niemand von „töten“. Dort wird „gekillt“.
Also überlegte ich, weswegen ich eine quasi verniedlichende Form eines Wortes verwendete, dessen Aussage im Grunde doch etwas ist, das niemals jemand tun sollte. Verniedlichung ist das Schlagwort. Ich mag unseren Fusselfluff; so gerne sogar, dass ich über diese Mäuseobsession hinwegsehe. Er ist nun einmal eine Katze und Katzen jagen Nagetiere und Vögel. Katzen sind niedlich. Wer kann es einem also verdenken, dass man das, was sie tun, auch verniedlicht? Trotzdem ändert es nichts an der Tatsache, dass er eine Maus getötet und gefressen hat.

Aber warum schwingt in unserem Sprachgebrauch in dem Wort „gekillt“ etwas spielerisches und verniedlichendes mit? Das Ursprungswort, das englische „to kill“ ist keineswegs spielerisch oder niedlich. Es bezeichnet genau das, was es eigentlich bedeutet: töten. Und töten ist in meinen Augen niemals lustig. Auch, wenn es nur eine Maus ist. Aber es ist ein eingedeutschtes Wort. Im Deutschen hat es meiner Meinung nach wirklich nicht diese harte Bedeutung. Im deutschen wird es bei Spielen angewendet. Und ich finde es gut, dass Kinder nicht brüllen müssen „Ich habe dich getötet!“ sondern sich mit einem „Ich habe dich gekillt!“ behelfen können. Allein das scheint mir zu differenzieren, was wirklich gemeint ist.
Sohnemann und ich beschlossen, die Worte in Zukunft klarer zu verwenden:

  • Sohnemann killt Monster in seinen Spielen.
  • Aber der Fusselfluff tötet Mäuse.

 

* Für alle nicht-Katzenbesitzer: Ja, leider ist es wirklich bei Freigängerkatzen so. Leichenteile findet man des Öfteren, vor Allem auf den Terassen, Balkonen oder vor der Haustür.

Die Wichtigkeit des Schreibens

Etwas, womit ich als berufstätige Mutter tagaus tagein hadere, ist das Thema Zeit. Mir bleibt in meinem Alltag nicht allzu viel Zeit um mich auch wirklich auf’s Schreiben konzentrieren zu können. Um so mehr muss ich mir meine Zeit zusammenkratzen.
Meine Kinder bemerken, dass ich mir vor allem Zeit nehme, um etwas am Laptop zu schreiben. Und sie wissen auch, dass sie mich bei so ziemlich allen Tätigkeiten stören können; vom Wäschesortieren bis kochen oder auch, wenn ich mich doch mal vom Fernsehen berieseln lasse und stricke, bin ich ansprechbar – außer beim Schreiben. Da werde ich gerne schnell unleidlich, auch, wenn sie das zumeist nur am Wochenende mitbekommen.

Nun fragte ich mich: Wieso eigentlich?
Nicht, wieso ich bei Störungen während des Schreibens unleidlich werden kann. Das liegt sicherlich auf der Hand, denn zum Schreiben brauche ich Konzentration. Nein, ich frage mich, wieso akzeptieren es meine Kinder so einfach? Und mir ging auf, dass sie es nicht anders von mir kennen.
Ich fing ernsthaft an, mich mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen, als Sohnemann noch in meinem Bauch steckte und da noch kein Gedanke an irgendein zweites Kind war. Meine Kinder sind damit aufgewachsen. Sie haben eine Mutter, die neben allem, was der Alltag so mit sich bringt, eben auch schreibt. Und sie wissen, es ist mir wichtig. Sogar so sehr, dass sie keine genaue Vorstellung davon haben, was ich eigentlich auf der Arbeit mache. Aber sie wissen, ich denke mir Geschichten aus und schreibe sie auf. Sohnemann erlaubte mir sogar bei einem von ihm gewünschten Computer- und Fernsehfreien Tag dennoch das Schreiben.

Sie wissen, dass es mir wichtig ist. Und sie wissen, dass ich auch für sie schreibe. Sie freuen sich darauf, mit mir Geschichten zu spinnen und sie vorgelesen zu bekommen.
Weil das Schreiben also mir wichtig ist, ist es ihnen auch wichtig. Immerhin haben sie dann nicht nur eine glückliche Mutter sondern auch Spaß an dem, was sie tut.