Alara

Charakterbilder-Spielereien :)

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Eine der spaßigsten Dinge an den Sims-Computerspielen war schon immer, dass ich mir meine Charaktere einfach mal visuell zusammenbasteln konnte. Das mache ich ja immer mal wieder gerne – so in Ermangelung an Zeit, damit ich meine eigenen Zeichenfähigkeit vielleicht mal auf ein zufriedenstellendes Maß erweitern könnte.
Mit meinem neuen Laptop kamen neue Sims ins Haus und eine neue Charaktererstellung für die Sims. Ein paar meiner Damen darstellt habe mal ausprobiert, für mehr hatte ich gerade keine Zeit, aber die hole ich noch nach 😉

Alena

 

Mika

 

Sananka

 

Nuora

Die Bearbeitung ist schon ziemlich detailreich, aber nicht ganz so sehr, wie ich es mir wünschen würde. Zum Beispiel ist es nicht möglich, ein Gesicht asymmetrisch zu erstellen. Was auf der einen Seite geändert wird, wird auch auf der anderen Seite geändert. Dabei würde ich gerne einmal mit derlei kleinen Macken spielen.

Da das ganze natürlich kein Fantasy-Spiel ist, gibt es leider auch nur die Kleidung, die in etwa dem Stiel entspricht und nicht das, was sie wirklich tragen. Und wie bei fast jedem Tool gibt es für meine Sananka nicht die richtigen Haare.

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Laibärztin

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„Du musst die neue Laibärztin sein.“
Alaralién sah auf und hätte beinahe zu viele Tropfen einer braunen Suspension in die Schale fallen lassen. Doch sie zuckte nur innerlich zusammen, legte den hölzernen Stab jedoch beiseite und musterte die Frau, die ohne Vorwarnung in das Arbeitszimmer gestürmt war. Ihre dunkle Stimme passte kaum zu ihrem zierlichen Äußeren. Sie war mittleren Alters, aber in ihren schwarzen Haaren zeigte sich noch kein Grau. Dafür war grau die Farbe ihrer Augen, umrandet von einem hellen Blau. Ungerührt von Alaras Anwesenheit wusch sie sich in dem Wasserbecken die Hände. „Ich habe schon gehört, dass du endlich angekommen sein sollst. Hat ja lange genug gewartet, der feine Herr Graf.“ Sie trocknete sich die Hände an ihrer Schürze und streckte Alaralién eine Hand entgegen. „Nadja“, stellte sie sich vor. „Seit dem Tod des Medikus letzten Winter, bin ich die zuständige Heilerin im Dorf und schau auch hier ab und zu vorbei. Ist ja genug zu tun, seit die Dämonen aus ihren Löchern kriechen.“
Auf ihren musternden Blick musste Alara grinsen. „Bevor du fragst: Ja, ich bin eine Elfe“, kam sie Nadja zuvor, als diese gerade den Mund öffnete.
Diese blinzelte und schlug sich mit der flachen Hand an den Kopf. „Hätte ich mir denken können, dass das alle wissen wollen.“ Dann ging sie zu einem Schrank, nahm einen handlichen Korb heraus und füllte ihn mit Verbänden, frischen Tüchern und ein paar verschlossenen Phiolen. „Tja, dass der Graf gerade dich ausgesucht hat, wundert mich nicht. “
„Ach nein?“
„Eine Elfe ist doch was Besonderes“, versicherte Nadja und streckte sich, um nach einem Tiegel im obersten Fach zu greifen. Alaralién stellte ihre Schale auf einen niedrigen Tisch, trat neben Nadja und reichte ihr den Tiegel. Dafür bekam sie aber lediglich ein Stirnrunzeln. „Hoffentlich hat dein hübsches Köpfchen auch den Verstand, den du als Laibärztin brauchst. Aber ihr Elfen sollt euch ja alle auf die Heilkunst verstehen.“
„Ein weit verbreitetes Gerücht“, versicherte Alara. „Umgibt sich Lord Thrax etwa gerne mit hübschen Frauen?“
Nadja lachte. „Nein, keineswegs. Er hat noch nie einer Frau den Hof gemacht und glaub‘ mir, es gab genug, die versucht haben seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Vielleicht gehört er ja doch zur anderen Seite.“
„Andere Seite?“
„Das sind die Männer, die sich in Männer verlieben.“ Sie schloss die Türen des Schrankes und versuchte dabei ihr Lachen zu unterdrücken. „Nimm es mir nicht übel, ich habe ein loses Mundwerk!“, meinte sie und klemmte sich den Korb bequem zwischen Arm und Hüfte. “Der Graf hat bisher noch an keiner Frau und keinem Mann irgendwelches Interesse gezeigt, nicht mal freundschaftlich. Manchmal glaube ich, er hat was mit seinem Schatten, aber selbst das traue ich ihm nicht zu.“
Alaralién hob fragend eine Augenbraue an. „Seinem Schatten? Ist das noch so eine Redewendung?“
Nadja amüsierte sich offensichtlich über ihr Unwissen. „Oh nein, sein Leibwächter Wyren. Egal, wo Lord Thrax sich aufhält, Wyren ist immer irgendwo in der Nähe. Ihn habe ich auch schon ein paar Mal verarztet, aber den Grafen selbst …“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich glaube, der ist nie krank. Und verletzt war er auch noch nie. Die Götter allein wissen, wozu er plötzlich einen Leibarzt braucht – oder eine Laibärztin.“ Vielsagend sah sie Alara an und schnalzte mit der Zunge. „Aber genug geplaudert! Ich muss noch Miris Kleinsten sehen und Orlens Fuß.“ Ohne eine Erwiderung abzuwarten, strebte sie der Tür zu, wandte sich aber noch einmal zu Alaralién um, bevor sie diese öffnete. „Vielleicht sehen wir uns nachher beim Essen. Würde mich freuen!“

Entscheidungen (Alena)

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Das Zimmer war dunkel, als sie eintrat. Das Feuer im Kamin war noch nicht wieder entfacht worden und die kühle Luft im Zimmer ließ Alena frösteln. Sie entzündete eine Lampe auf dem massiven Tisch, auf dem auch ein großer Spiegel ruhte, und ließ sich auf dem Stuhl davor nieder. Seufzend pflückte sie die seidenen Handschuhe von ihren Fingern und legte ihren Schmuck ab. Im Spiegel konnte sie den prunkvoll eingerichteten Raum sehen; Stuck an der Decke und den Wänden, marmorne Verzierungen an den Möbeln, dem große Bett und selbst an den Spangen, die die teuren Vorhänge vor dem Fenster gerafft hielten. Sie wiegten sich im Wind.
Alena hielt inne und legte die Ohrringe beiseite. Das Fenster war geschlossen gewesen, als sie eben eingetreten war. Jetzt strömte die kalte Nachtluft herein und brachte den Geruch feuchter Erde mit sich. Ein dunkler Schatten kauerte zwischen dem Schrank und der Wand neben dem Fenster. Abrupt fuhr Alena hoch und auch der Schatten erhob sich und hob beschwichtigend die Hände. Alena kannte ihn; seine drahtige Figur und die weißblonden Haare, die einen so vollkommenen Kontrast zu seinen dunklen Augen boten. „Winter“, entfuhr es ihr überrascht.
Winter musterte sie. Wie mochte sie in dem Moment auf ihn wirken, in ihrem aufwendigen Ballkleid? Doch sein Gesicht spiegelte weder Abneigung noch Skepsis wieder. Er versicherte sich, dass sie alleine waren, schloss das Fenster und ging zur Tür. Mit einem leisen Klacken drehte er den Schlüssel im Schloss. „Du musst ihr helfen.“
Alena hörte die Forderung in seiner Stimme, noch ehe sie sie in seinen Augen sehen konnte. Wie viel Zeit war für ihn vergangen, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten? Weit weniger, als für sie selbst; sie wusste nicht, von wem er sprach. „Wem?“, erkundigte sie sich schweren Herzens.
„Nuora!“, entgegnete Winter nachdrücklich und trat auf sie zu. „Du hast sie nicht vergessen, oder? Bitte, Alena, sie zerbricht daran.“ In seiner Stimme schwang ein Flehen, das sie bei ihm noch nie vernommen hatte. Nicht während der Zeit, in der sie ihm und auch Nuora Aufträge erteilt hatte um die Zeitlinie zu bewahren.
„Was er ihr angetan hat, lässt sie nicht mehr los.“
Alena erinnerte sich. Es war lange her, fast zu lange. „Serjosah.“ Bei ihm hatte sie ihre Menschenkenntnis im Stich gelassen. Einem Mann, sympathisch und strebsam, aber leider auch machthungrig; zu machthungrig. Er hatte alle seine ehemaligen Gefährte gefangen gehalten, zusammen mit Corvey. Doch letzterer hatte es geschafft, zumindest für eine Weile. Alena seufzte. Sie konnte nicht umhin, sich schuldig zu fühlen. „Es liegt nicht an mir, Nuora zu helfen all das zu verarbeiten.“
„Du sollst ihr nicht helfen, damit fertig zu werden. Du musst ihr helfen, es zu vergessen!“
Alena zog die Augenbrauen zusammen und musterte Winter. Er sah ausgemergelt aus, älter. Dennoch hatte sie gerade andere Probleme, eine andere Aufgabe. Wie sollte sie all das jetzt und hier schaffen? Sie konnte das Schloss nicht verlassen, ohne zu Ende zu bringen, was sie hier angefangen hatte. „Winter, ich weiß nicht, wie du mich hier ausfindig gemacht hast“, seufzte Alena und löste die Spangen aus ihren Haaren. „Aber ich fürchte, dass ich ihr nicht werde helfen können. Ich kann sie nicht vergessen lassen, was passiert ist.“
„Doch, das kannst du!“ Winter versuchte die Wut zu unterdrücken. Doch er griff nach ihrem Arm und druckte schmerzhaft fest zu. „Du bist die einzige Beherrscherin, der ich zutraue, in ihre Gedanken einzudringen ohne weiteren Schaden anzurichten.“ Entschlossen biss er die Zähne zusammen, als gedachte er sie nicht mehr loszulassen, bis sie mit ihm mitkam, jetzt sofort. Doch genauso fest war auch ihre Antwort: „Selbst wenn ich ihr damit helfen könnte, Winter, ich werde nicht in ihren Kopf eindringen.“
„Du kannst sie nicht im Stich lassen!“ Sein Griff wurde fester und nur weil sie warnend den Zeigefinger hob, umschlang er nicht auch noch ihren anderen Arm. Es schien, als würde er sich erst jetzt bewusst, dass er ihr wehtat. Sofort ließ er sie los. „Du kannst sie nicht im Stich lassen“, flüsterte er noch einmal.
Alena glättete sich das Kleid und schüttelte den Kopf. „Ich werde sie nicht im Stich lassen, Winter. Aber ich muss hier bleiben.“
„Sie zerbricht daran!“, klagte er, hob unbeholfen die Hände und ließ sie sofort wieder sinken, hin und her gerissen, zwischen Wut, Verzweiflung und Trauer. „Ich fürchte jede Nacht um sie.“
„Was fürchtest du?“
„Sie ist außer sich. Um zu vergessen schluckt sie Wellrens Traumspinner, jeden Tag. Im Rasch spricht sie davon, Serjosah umzubringen, auf die grausemasten Methoden, die ihr einfallen. Und dann die Schreie, jedes Mal dauert es länger.“ Seiner Stimme wohnte ein Zittern inne und Alena sah ihm an, wie sehr es an seinen Kräften zehrte. Die Schreie waren Auswirkung der Droge, Schmerzen, die danach kamen. Einmal hatte Alena sie bereits selbst gehört, vor Jahren oder Jahrzehnten in einem Seelenhaus. Sie waren unerträglich.
„Ich habe versucht, sie davon abzuhalten, es zu nehmen“, fuhr Winter fort und schüttelte heftig den Kopf. „Ich habe es weggeworfen, habe sie eingesperrt, aber ich kann nicht ohne Pause auf sie achten. Sie hat immer wieder welches aufgetrieben. Mir fällt nichts mehr ein, Alena! Mir!“
Alena wusste, was das bedeutete. Immer war es Winter, der seine tollkühnen Pläne schmiedete, der sich auf etwas einließ, was kein vernünftiger Mensch tun würde und doch hatte er meistens Erfolg gehabt. Wenn ihm nichts mehr einfiel, war die Lage aussichtslos. „Bring sie nach Rothwell“, entschied sie, ohne sich jetzt Gedanken über die Konsequenzen zu machen. „Ich werde sehen, was ich tun kann, doch ich kann nicht gleich kommen. Ich werde jemanden schicken, eine Freundin. Sie wird Nuora helfen können.“

Morgenfrost (Sananka / Alena)

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Das dunkle Blau der Nacht ging am Horizont in das helle Violett des Tages über, als Sananka in den Garten trat. Spielerisch strich der Wind durch die Bäume und pflückte hier und dort Blätter von den Ästen. Eine Flut an gelben und roten Laub bedeckte die ganze Wiese, während die Äste kahl in den Himmel stachen und die Blumen verwelkten. Allein die lila Kokons der Herbstzeitlosen erhoben sich gegen die trübe Jahreszeit – Blumen, die Sananka allein ihrer giftigen Samen und Blütenblätter wegen kannte.
Frierend rieb sie sich über die Arme. Die kühle Luft nahm ihr etwas der Müdigkeit, die sie seit Stunden plagte. Doch erst jetzt konnte sie guten Gewissens schlafen gehen; jetzt, nachdem sie die letzte Aufgabe erledigt hatte und sich die nächsten Tage nur dem Schneiderhandwerk widmen konnte.
„Guten Morgen, Sananka“, riss Alena sie aus den Gedanken. Mit zwei dampfenden Bechern stand sie neben ihr und hielt ihr einen entgegen. „Ella sagte, du wolltest ebenfalls einen Tee?“
Sananka grinst. „Danke.“ Der Becher fühlte sich in ihren klammen Fingern heißer an, als der Tee an ihren Lippen. Doch die Wärme tat gut. Sie ran ihre Kehle herunter und vertrieb den Frost aus ihrem Inneren.
„Du siehst müde aus.“
„Und du zu damenhaft, um mir den Tee zu bringen“, entgegnete Sananka und begegnete Alenas aufmerksamen Blick. Jedes Mal, wenn Alena sie so betrachtete, fürchtete Sananka durchschaut zu werden. Die Magierin beobachtete Menschen sehr genau, merkte sich jedes Wort und analysierte jede kleine Regung. Sananka wusste nicht, wie es ihr bisher gelungen war, nicht entlarvt zu werden. Sie hoffte, der Zeitpunkt würde noch lange auf sich warten lassen. Alena war ihr mehr eine Freundin, als irgendjemand sonst es bisher gewesen war.
Bevor Alena nachhaken konnte seufzte Sananka und setzte ein schiefes Grinsen auf. „Schon gut, ich konnte nicht schlafen und war die ganze Nacht unterwegs.“
„Im Schloss?“ Alena nippte an ihrem Becher und nahm auf einer niedrigen Bank Platz, ließ Sananka aber nicht aus den Augen.
„Ja klar im Schloss.“ Sananka zuckte mit den Schultern. Ob ihr gerade der kalte Wind über den Nacken strichen oder ob die Gänsehaut doch in Alenas Blick begründet lag, wusste Sananka nicht genau und zog sich den Kragen ihrer Jacke etwas enger. „Außer in der Schenke ist im Dorf doch nichts mehr los und in den Wald kriegen mich mitten in der Nacht keine zehn Pferde.“
Alena umfasste ihren Tonbecher mit beiden Händen, als spüre auch sie die frische Morgenluft. Ihr Lächeln war plötzlich bar jeder Grübelei und strahlte wieder ihre übliche Freundlichkeit aus. „Hast du etwas Interessantes entdeckt?“
„Na, wenn du es interessant findest, dass Herzog Gorren schlafwandelt und seine Frau dafür schnarcht, wie ein Ochse, oder dass Irina mich angepöbelt hat, weil ich nicht herumschleichen und lieber schlafen sollte.“ Noch einmal zuckte Sananka mit dem Schultern und nahm einen kräftigen Schluck ihres Tees. „Das Schloss ist so verwinkelt, dass sogar ich mich fast verlaufen hätte.“
„Du findest dich überall schnell zurecht“, warf Alena ein. „Das bewundere ich an dir.“
„Ach, echt?“ Sananka sah die Magierin schräg an. Statt preis zu geben, sie habe einen Scherz gemacht, nickte diese beteuernd.
Da war der Frost wieder; er saß wie ein Knoten in ihrer Brust, breitete sich stetig weiter aus und gefror selbst ihr Blut zu Eis. Sananka schüttelte den Kopf, um das Gefühl zu vertreiben und verzog den Mund. „Wenn du meinst, dass es bewundernswert ist, schnell einen Platz zu finden, an dem ich mich verkriechen kann.“ Ohne Rücksicht leerte sie ihren Becher in einem Zug. Die heiße Flüssigkeit brannte in ihrer Kehle und füllte ihren Magen völlig aus. Das Eis vermochte sie Hitze jedoch nicht zu schmelzen. „Ich halte das eher für armselig.“
Verwundert zog Alena die Augenbrauen zusammen. „Und dennoch suchst du einen?“
Sananka verzog den Mund. „Ich kann eben nicht aus meiner Haut.“ Mürrisch starrte sie auf ihren Becher. Der Frost war noch da und kühlte nun auch den Tee in ihrem Magen ab. „Ich bin halt ein Feigling.“ Und das war sogar die Wahrheit und zugleich die beste Tarnung, die sie sich wünschen konnte.
Entschieden schüttelte Alena den Kopf und hob gleichzeitig eine Hand, um den Sitz ihrer hochgesteckten Haare zu prüfen. „Ich halte dich nicht für so feige, wie du glaubst zu sein.“
Sekunden sah Sananka Alena an, suchend nach einem Zeichen der Zweideutigkeit. Doch sie sah nur Alenas Sympathie. „Selbst du kannst dich täuschen“, seufzte Sananka. „Aber lassen wir das. Ich sollte noch etwas Schlaf nachholen, bevor jemand was genäht oder geflickt haben will. Guten Morgen Alena!.“
Ohne noch eine Antwort abzuwarten ging Sananka zurück in die Küche, stellte ihren Becher ab und machte sich auf zu ihrem Zimmern. Der Frost jedoch blieb und mit ihm das Wissen, Alena enttäuschen zu müssen und sie letztlich zu verraten.