5-Minuten-Abstecher: Pech (Jarek / Mika)

Eure Aufgabe ist es dafür zu Sorgen, dass ihm alles gelingt. In dieser Mission soll er der uneingeschränkte Held sein! Die Worte hallten in Jareks Kopf nach, als er sich den dröhnenden Schädel rieb. „Mist, wo …“ Der Schreck mit dem sich Jarek aufsetzte verursachte ein schmerzhaftes Donnern in seinem Kopf, so dass er abbrach und zurücksackte – in Mikas Schoß. Er sah ihr Gesicht über sich und ihr Schmunzeln. Sein Brummschädel beruhigte sich wieder und Jarek fragte: „Und wo sind wir jetzt?“
„Im Kerker.“
Jarek seufzte und setzte sich vorsichtiger auf. Der Schmerz raste im ersten Moment, aber er ließ nach, wenn er den Kopf ruhig hielt. Er sah eine massive Zellentür, eingelassen in Mauern und weit oben, direkt unter der Decke ein Gitter.
„Wie …?“
Mika zuckte nur mit den Schultern, doch die Erinnerung kam zurück. Sie hatten den ansässigen Grafen befragen wollen. Und er, dieser Möchtegern von Held, hatte dem Grafen gleich beschuldigt ein Dämonenbeschwörer zu sein und gefordert, dass er sich ohne Widerstand stellte. Der Graf hatte die Wachen geholt und in dem Gerangel hatte Jarek eins abbekommen; dabei hatte er sich bestenfalls zur Wehr gesetzt.
„Und wo ist Horen?“
Wieder zuckte Mika die Schultern. „Beim Verhör?“
„Na schön.“ Jarek stand ganz auf und ignorierte seinen Schädel. „Wir müssen hier raus. Unser Möchtegernheld wird sonst noch einen Kopf kürzer gemacht, selbst wenn der Graf nichts mit dem Ungeheuer zu tun hat.“

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Charakterbilder-Spielereien :)

Eine der spaßigsten Dinge an den Sims-Computerspielen war schon immer, dass ich mir meine Charaktere einfach mal visuell zusammenbasteln konnte. Das mache ich ja immer mal wieder gerne – so in Ermangelung an Zeit, damit ich meine eigenen Zeichenfähigkeit vielleicht mal auf ein zufriedenstellendes Maß erweitern könnte.
Mit meinem neuen Laptop kamen neue Sims ins Haus und eine neue Charaktererstellung für die Sims. Ein paar meiner Damen darstellt habe mal ausprobiert, für mehr hatte ich gerade keine Zeit, aber die hole ich noch nach 😉

Alena

 

Mika

 

Sananka

 

Nuora

Die Bearbeitung ist schon ziemlich detailreich, aber nicht ganz so sehr, wie ich es mir wünschen würde. Zum Beispiel ist es nicht möglich, ein Gesicht asymmetrisch zu erstellen. Was auf der einen Seite geändert wird, wird auch auf der anderen Seite geändert. Dabei würde ich gerne einmal mit derlei kleinen Macken spielen.

Da das ganze natürlich kein Fantasy-Spiel ist, gibt es leider auch nur die Kleidung, die in etwa dem Stiel entspricht und nicht das, was sie wirklich tragen. Und wie bei fast jedem Tool gibt es für meine Sananka nicht die richtigen Haare.

Ruhestörung (Mika)

Der Wind strich sacht durch die Baumwipfel, wirbelte die Schatten am Waldboden auf und verfing sich in dem dicken Zopf, der Mikas Haare zusammenhielt. Bereits eine ganze Weile saß sie auf dem Ast, hoch über der Lichtung und beobachtete die Herde Rehe, die friedlich weidete. Der Sommer neigte sich dem Ende zu, die Kitze waren zu stattlichen Jungtieren herangewachsen. Fliegen umschwirten die Tiere, ihre Ohren zuckten immer wieder um sie zu vertreiben. Dann hob eine Hirschkuh den Kopf und lauschte. Eine zweite folgte, dann geriet die Herde in Bewegung. Während sich das Bellen näherte, verschwanden die Rehe im Dickicht des Waldes. Auch Mikas Ruhe war vorbei, als ein großer schwarzer Hund den Fuß ihres Baumes erreichte. Erst schnüffelte er um den Stamm herum, dass hob er den Kopf. Seine dunklen Augen erblickten sie und er wedelte freudig mit dem Schwanz und kläffte. Mika seufzte und ließ sich behände von Ast zu Ast nach unten gleiten. Kaum hatten ihre Füße den Boden erreicht, tauchte auch die Besitzerin des Hundes auf. „Mati!“, rief Leiylien und stürmte auf sie zu um sie zu umarmen. Mika erwiderte die Umarmung, streichelte nun auch über den Rücken des Hundes und ergab sich den endlosen Plappereien ihrer Tochter.

Impression: Frühling am Wald

Glitzernd rauschte das Wasser zu ihren Füßen dahin, bildete kleine Wirbel und Wellen, ehe es dem Bachlauf folgte und zwischen den gewaltigen Wurzeln der Bäume verschwand. Die ersten Frühlingsblumen wuchsen in sattem Lila und frischem Weiß an seinem Ufer, reckten die Köpfe der noch kühlen Sonne entgegen. Ein Geruch nach feuchter Erde und frischen Blüten erfüllte die Luft. Da wusste sie, sie war zuhause.

5-Minuten-Abstecher: Prinzipien (Mika)

Nächtliches Klopfen war nicht ungewöhnliches im Hause Costadino. Zumeist war Mika die Einzige, die bis zu den Morgenstunden wach blieb und arbeitete. Sie bereitete Salben und Tinkturen zu oder ging Bücher in der Bibliothek durch. Als es diesen Nachmittag klopfte, öffnete jedoch Kirlja die Tür, Mikas jüngere Tochter. Mit ihren zwölf Jahen kannte Kirlja die meisten Patienten, die tagsüber die Fähigkeiten ihrer Mutter als Heilerin in Anspruch nahmen. Diesen Mann hatte sie jedoch noch niemals gesehen. Gebäugt und eine Hand auf eine klaffende Wunde gepresst, taumelte er an Kirlja vorbei. Diese gebot ihm zu warten. Sie wollte ihre Mutter holen, doch der Mann ließ sie nicht gehen. Jetzt sah Kirlja zum ersten Mal einen der nächtlichen Parienten ihrer Mutter. Er bleckte die Zähne, seine Augen glühten vor Schmerz und Zorn – und er grub Krallen in ihren Arm. Kirlja schrie.
Als Mika kurz darauf, durch den Schrei ihrer Tochter alamiert, der Szene beiwohnte, weinte Kirlja. Und der Mann, der so dringend Hilfe brauchte, musste erfahren, dass auch eine Heilerin, die die schrecklichsten Wesen betreute, ihre Prinzipien hatte. Niemand durfte ihrer Familie ein Leid zufügen.
Es dauerte nur Minuten, bis der verletze Mann sich erneut aus dem Haus schleppe, ohne Hilfe erhalten zu haben.

5-Minuten-Abstecher: Am See (Mika)

Unerschrocken hoppelte das Kaninchen direkt dort durch das Gras, wo Mika sich am Ufer des Sees niedergelassen hatte. Das Mädchen sah sich über die Schulter und wandte sich halb um, doch das Kaninchen sprang weiter, vorbei an den Ziegen, die hier weideten. Mika beobachtete das kleine Tier. Die Nase des Kaninchens wackelte unablässig, langsam hüpfte es weiter. Hinter Mika platschte es plötzlich. Hatte das Kaninchen eben noch die Nase mehr suchend am Boden, hob es nun den Kopf. Seine Schnurrhaare zuckten, dann drehte es sich um und raste davon, ins nächste Gestrüpp, während es hinter Mika knackte und sich kurz darauf ein hechelnder Hund zu ihr gesellte und sich kräftig schüttelte.
Mika hob abrupt beide Arme, um wenigstens ihr Gesicht vor dem Regen zu schützen, der aus dem Fell ihres Hundes emporbrach. Dann blinzelte sie. Das Kaninchen war fort, die Ziegen störten sich nicht an dem klatschnassen Hund. Doch Mika bedauerte, das Kaninchen nicht weiter beobachten zu können.

Familienangelegenheiten (Mika / Jarek / Myco)

Schritte hallten in dem langen Gang wider, hinter Mika flüsterten ihre Begleiter. Nur Jarek neben ihr war kaum zu vernehmen.
„Und ihr seid sicher, dass sich hier ein Drachen befindet?“, fragte Hendrik leise und doch schienen die Worte durch das ganze Haus zu hallen. Jarek blieb stehen und drehte sich zu dem Mann um; er war größer, als Jarek, doch das störte ihn nicht sonderlich. Myco blieb ebenfalls stehen und sah Mika fragend an, doch diese hob nur die Schultern.
„Hör zu Hendrik“, sagte Jarek in einem Tonfall, der ernster war, als gewöhnlich. „Du bist nur dabei, weil wir noch jemanden brauchten, der Kämpfen kann und weil du zufällig derjenige bist, der eine meiner Töchter heiraten möchte. Wir haben dir bereits erklärt, dass wir nicht nach einem ausgewachsenen Drachen suchen, sondern nach einem Drachenstein. Und ja, der soll hier sein.“
Hendrik sah aus, als wisse er nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er antwortete etwas, doch Myco stupste Mika in den Moment an und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf ein verstaubtes Gemälde, das neben ihnen an der Wand hing. „Diese Baronin, die den Stein zuletzt gehabt haben soll; könnte sie das sein?“
Mika betrachtete sich das Gemälde. Es zeigte eine Frau mittleren Alters, mit wallenden braunen Haaren und dunklen Augen. Doch sie lächelte nicht und trug ein hochgeschlossenes Kleid sowie Handschuhe jedoch keinerlei Schmuck. Die Signatur des Malers darunter war nicht mehr zu lesen.
„Gehen wir weiter“, sagte Jarek hinter ihnen und stapfte an ihnen vorbei, gefolgt von einen sehr geknickt dreinschauenden Hendrik. Myco klopft dem jungen Mann wohlwollend auf die Schulter. „Ich bin zwar nur Wahl-Onkel, aber trotzdem: mach dir nichts draus, er tut nur so.“
„Tue ich nicht!“
„Oh doch“, beteuerte Myco und deutete dann auf Mika. „Vor ihr musst du dich in Acht nehmen. Sie kann zur richtigen Furie werden, wenn es um ihre Kinder geht.“
Hendrik schluckte und traf Mikas Blick. Diese schmunzelte, sagte jedoch nichts dazu und ging weiter.