Buchempfehlung: „Opfermond“ von Elea Brandt

Steht auf einem Buch schon „Fantasy Thriller“ drauf, ist das ein Muss für mich, es zu lesen – und natürlich auch eine Leseempfehlung zu geben, denn „Opfermond“ von Elea Brandt hat mit wirklich gut gefallen.

Als in Ghor-el-Chras‘ Hurenviertel der Sohn eines reichen Alchemisten ermordet aufgefunden wird, erhält der Assassine Varek den Auftrag, den Mord aufzuklären. Eine ihm willkommene Abwechslung. Doch das bleibt nicht der einzige ungewöhnliche Todesfall im Hurenviertel. Als es einen der wenigen Freunde der Hure Idra trifft und sie auf viele Zusammenhänge stößt, will sie dieses Wissen zu ihrem Vorteil nutzen. Doch die Tragweise dessen ist weder Varek boch Idra zu Anfang klar.

In „Opfermond“ ist genau das drin, was auch draufsteht: Es ist ein schmutziger Fantasy Thriller im besten Stil. Die beiden Hauptdarsteller sind so verschieden wie Tag und Nacht und doch beide in ihrer eigenen Art sehr glaubwürdig. Beide sind zwiegespalten und in ihrem Verhalten doch wieder sympatisch, dass ich sie einfach mögen musste.
Auch sprachlich war das Buch alles andere als eine Enttäuschung. Keine hochtrabenden lyrischen Anwandlungen, sondern klare Beschreibungen und eine teilweise harsche Wortwahl.
Allein das Ende kritisiere ich; allerdings nicht, weil es unpassend, schlecht aufgelöst oder zu sehr voraussehbar gewesen wäre. Nein, einfach weil ich es mir anders gewünscht hätte. Dennoch fand ich es sehr gelungen.

Mein Fazit also: Es lässt sich gut lesen, hält einen auch trotz unregelmäßiger Lesezeit bei der Stange und ist noch dazu spannend und gut aufgebaut. Auf das nächste Buch von Elea Brandt, dass in Ghor-el-Chras spielen wird, jedenfalls freue ich mich!

Buchempfehlung: Nora Bendzko – „Wolfssucht“

Nach meinem Durchhänger habe ich noch einiges an Bogpost nachzuholen, die ich die ganze Zeit im Hinterkopf hatte. Einer davon ist meine Empfehlung von Nora Bendzkos Galgenmärchen „Wolfsucht“. Eine Empfehlung an Freunde von realistischen Darstellungen sehr düsterer Märchen, bei denen wirklich kein Blatt vor den Mund genommen wird.

Es ist das Märchen von Rotkäppchen, mittem im Dreißigjährigen Krieg. Das bisher verschonte Heimatdorf Irinas wird überfallen. Sie flieht mit ihrer Schwester und ihren Eltern in den Wald, zum Dorf der Großmutter. Doch noch während der Flucht tritt das erste Mal der Wolfsmensch in Erscheinung, der das versteckte Dorf seit Jahren in Angst und Schrecken versetzt, und töten Irinas Schwester.
Von da an ist es die Geschichte eines traumatisierten Mädchens.

Ich finde es sehr faszinierend, was man aus den verharmlosten Märchen herausholen kann, wenn man diese realistisch angeht. Märchen sind zwar alte Geschichten, doch in der Neuzeit werden sie oft verklärt – den Brüdern Grimm und Disney sei Dank.
Nora Benszko schafft es jedenfalls, die andere Seite an Märchen sehr mitreißend zu zeigen. Und an manchen Stellen musste ich wirklich schlucken. Dennoch hat mir das Buch gefallen. Es lässt einen sehr nachdenklich zurück. Und das ist gut. Ich mag es, wenn Bücher einen zum Nachdenken anregen und aufrütteln.
Es steht also fest: Ich werde auch weitere Galgenmärchen lesen.

 

Wolfssucht

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Autor: Nora Bendzko

Verlag: epubli

ISBN: 978-3741895784

Buchempfehlung: „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch

Buch: Feuerstimmen von Christoph Hardebusch

Auf diesen Roman war ich sehr gespannt. Obwohl ich eine kleine Büchernärrin bin, stieß ich doch zuerst auf das Album „Voices of Fire“ von Van Canto, einer meiner Lieblingsbands. Und ja, ich war ziemlich überrascht, als ich erfuhr, dass das Album in Zusammenarbeit mit Christoph Hardebusch und den Roman „Feuerstimmen“ entstanden war.
Wenn ich eines liebe, dann die Kombination aus Musik und Büchern. Und da fand sich sogar noch Fantasy mit Metal zusammen, was will man mehr? Also Grund genug, den Roman zu lesen.

Die Welt gerät aus den Fugen, die Harmonie ist zerstört. Während die Barden Aidan und Revus es an der Küste mit einer ganz neuen Bedrohung, den Seeteufeln, zu tun bekommen und ein ganzes Dorf vor diesen schützen müssen, fallen die Königreiche der gesegneten Inseln in völliges Chaos. Die junge Königin Elena flieht zusammen mit ihrer Leibwächterin um auf dem Festland Hilfe und Rat zu suchen und stößt dabei auf die verbliebenen Dorfbewohner – und die Barden. Zusammen bringen sie die Menschen in Sicherheit und stehen vor der Frage, wie sie das Unheil abwenden können, dass die Welt zu überfallen droht.

Besonders überzeugt hat mich Aidan als Charakter – ja, ok, ein kaputter und zynischer Typ. Das sind ja sowieso meine Lieblinge. Auch seine Wandlung im Laufe des Romans hat mir gefallen und auch seine Sicht auf Elena. Diese kam nämlich als Perspektivträgernin leider etwas blass daher. Sicher hatte ich klischee-mäßig bereits von Anfang an eine eher unterkühlte Königin vor Augen, allerdings kommt sie in ihrer eigenen Perspektive zuweilen hitzig rüber. Erst die Gegensicht Aidans auf Elena bestätigt das Klischeebild, dass sich erst zum Ende hin auflöste.
Die Story an sich war – in Anbetracht dessen, dass ich die Musik vorher bereits kannte – wenig überraschend. Auch, wenn die Erklärung für all die Geschehnisse erst sehr spät im Roman eröffnet wurde, ich war ja ohnehin im Bilde 😉

Schriftstellerisch muss ich sagen: mir gefällt der Stil von Christoph Hardebusch. Er schreib klar und wenig missverständlich und wartet sogar hin und wieder mit meinen geliebten Metaphern auf. Charakterbedingt natürlich mehr in Aidans Perspektive, als in Elenas. Dennoch liebe ich solche Untermalungen nun einmal. Und auch das Geplänkel der Charaktere fand ich immer sehr amüsant.
Ja, so muss das sein.

Mein Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert. Vorallem auch mit musikalischer Unterstützung. Zugegebenen, die Musik von Van Canto hat etwas gespoilert, dennoch kann ich behaupten durch die Musik das Buch etwas besser verstanden zu haben – und durch die Musik auch das Buch. Für mich war das durchaus eine gelungene Kombination!

Buch: Feuerstimmen von Christoph Hardebusch
Buch: Feuerstimmen von Christoph Hardebusch

Autor: Christoph Hardebusch
Verlag: Piper Taschenbuch
ISBN: 978-3492281201

Buchempfehlung: „The Stepsister Scheme“ von Jim C. Hines

Sicher kennt ihr das: Habt ihr einen Autor gefunden, dessen Stil ihr toll findet, wollt ihr mehr von ihm lesen. Bei Jim C. Hines ist das bei mir der Fall 🙂 Und ich gebe zu, ich war sehr gespannt auf seine Märchenadaption, denn bei der Princesses-Reihe handelt es sich um eine solche. Den Auftakt zu der Reihe macht „The Stepsister Scheme“ (Drei Engel für Armand).
Protagonistin des Ganzen ist Danielle – auch bekannt als Cinderella. Nach ihrer Hochzeit mit dem Prinzen, wird dieser von ihren Stiefschwestern entführt und, nun ja, was bleibt ihr anderes übrig, als ihren Mann zu retten? Zusammen mit Talia und Snow, oder auch Dornröschen und Schneewittchen, bricht sie auf und folgt den Spuren nach Fairytown. Doch die Feen sind in dieser Welt hinterhältig und haben ihre eigenen Pläne.

Besonders gut gefallen haben mir genau diese drei Hauptfiguren, allen voran Talia und Snow. Denn die Hintergründe, und somit auch der Plot des Buches, basieren nicht etwa auf den abgeschwächten Märchenversionen, die heutzutage in Kinderbüchern zu finden sind. Während Talia eine phantastische Kämpferin ist, ist Snow eine hervorragende Zauberin. Allein Danielle, die eigentliche Hauptperson, kommt am Anfang etwas blass daher, doch die Entwicklung zum Ende hin ist deutlich erkennbar.
Am besten gefiel mir aber die Dynamik zwischen den drei Frauen 😉 Diskussionen und Neckererein, die auf kleine Charakterfehler hinweisen, liebe ich einfach; damit wird die Geschichte zum einen humorvoll und zum anderen echt. Und ja, genau daran möchte ich mir als Autorin ein Beispiel nehmen.

Alles in allem kann ich das Buch nur empfehlen. Wer gute Charaktere und Frauenpower mag, wird daran seine Freude haben. Und auch Märchenfans, die nicht auf das „happy ever after“ bestehen, gilt meine Empfehlung, denn die Story kommt durchaus düster daher.

The Stepsister Scheme / Drei Engel für Armand

Autor: Jim. C. Hines
Verlag: DAW BOOKS / Bastei Lübbe
ISBN: 978-0756405328 / 978-3404206070

#5books zum #WelttagdesBuches

Heute ist also Welttag des Buches. Und es ist Sonntag, also Zeit für einen Blogpost meinerseits. Das lässt sich eigentlich toll kombinieren, könnte man denken. Ließe es auch, wenn ich nicht erst im Laufe der letzte Woche gemerkt hätte, dass wir ja schon wieder auf Ende April zugehen.
Also hatte ich für heute keinen Plan von nichts und bin deswegen heil foh, dass ich dank Twitter über den Hashtag der BartBroAuthors #5Books gestoßen bin. Man soll seine fünf Buchlieblinge präsentieren.

Dann mache ich das doch glatt. Und ich kann es mir einfach machen, denn es gibt nur einen Liebling, über den ich in meinem Blog noch nicht geschtrieben habe. Das muss ich Gelegenheit definitiv ändern 😉

Hier also meine fünf Lieblingsbücher:

Drachenzähmen leicht gemacht
Ja, eigentlich ist damit mein Buchkontingent schon aufgebraucht, denn mittlerweile sind acht Bände davon in Deutsch auf dem Markt. Aber ich finde die Reihe toll! Also startet doch einfach mal mit dem ersten Buch und bitte, erwartet nicht, dass es wirklich etwas mit den Filmen gemein hat. Hat es nicht und das ist auch gut so.

Die Buchmagier
Auch der Start einer Reihe, bei dem ich derzeit auf den dritten Band warte 🙂 Übrigens empfehlenswert für alle, die einen Hang zu etwas ungewöhnlichen Charakteren haben und Doctor Who-Fans.

Kinder des Nebels
Seit langem ohnehin einer meiner Lieblingsautoren. Und auch dieses Buch ist nur der Auftackt zu einer wirklich guten Reihe, die mich unheimlich fasziniert hat und die ich wirklich nur weiter empfehlen kann.

Der Name des Windes
Ja, auch das zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Die Art des Autoren, komplexe Inhalte so darzustellen, dass man sich als Leser wirklich richtig intelligent fühlen kann, fand ich total faszinierend.

Momo
Ungebrochen zählt es seit Jahren (Jahrzehnten?) zu meinen Lieblingsbüchern. Sowohl die Thematik als auch der Stil von Michael Ende ist einfach zeitlos (und nein, das soll kein blöder Kalauer sein ^^).

Buchempfehlung: „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“ von Alan Bradley

Irgendwie entsprach dieses Buch nicht meinen Erwartungen, eine Enttäuschung war es war es allerdings deswegen lange nicht. Ich erwarb es in meiner Lieblingsbuchhandlung, es stand dort in der Fantasy-Ecke. Von Fantasy ist daran allerdings nichts zu merken. Nein, es handelt sich um einen waschechten Krimi mit einer jungen aber sehr überzeugenden Protagonistin.

Flavia de Luce, die jüngste von drei Schwestern, lebt mit ihrer Familie etwas abgelegen auf einem alten Landsitz. Bis darauf, dass sich die drei Geschwister des Öfteren in die Wolle bekommen, scheint dort nicht viel zu passieren. Jede geht ihren eigenen Interessen nach. Flavias Leidenschaft ist die Chemie. Als sie nach einem Streit zwischen ihrem Vater und einem Unbekannten plötzlich eine Leiche im Gurkenbeet findet, beginnt sie sich ihr Interesse an analytischen Dingen zunutze zu machen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Herausragend an diesem Buch ist sicherlich die Protagonistin Flavia. Sie ist neugierig, analytisch und sehr intelligent und gerade mal elf Jahre alt. Durch die Ich-Perspektive wirkt sie jedoch sehr lebensecht. Auch ohne zu wissen, wo und wann der Roman spielt, hätte ich sicherlich schnell erraten, dass Flavia nur Britin sein kann.
Allerdings blieben durch die Perspektivwahl leider auch einige Fragen für mich als Leserin ungeklärt. Immerhin ging es um einen Mord. Und auch, wenn Flavia diesen lückenlos aufklärt, so gab es doch zumindest einige Stellen, an denen sich auch eine andere Sichtweise auf die Dinge interessiert hätte. Zum Beispiel die ihres Vaters oder des Inspektors.

Auf jeden Fall ist der Roman absolut lesenswert 😀 Der komplexe Fall ist gut durchdacht und beinhaltet sogar Spezialwissen, dass mir als Leserin näher gebracht wurde, ohne dass ich mich dabei langweilte – und nein, ich spreche nicht von der Chemie 😉 Da weiß ich offensichtlich noch mehr, als ich dachte.
Ich jedenfalls freue mich auf weitere Abenteuer mit Flavia, denn dies war nur der Auftakt zu einer ganzen Buchreihe!

Flavia de Luce 1 – Mord im Gurkenbeet

Bild: Amazon

Autor: Alan Bradley
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN: 3442376246

Buchempfehlung: „Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr Leid“ von Fredrik Backman

Eigentlich fällt dieser Roman nicht in eines der Genre, die ich für gewöhnlich lese. Eigentlich. Denn auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, dieses Buch strotzt von Phantasie 🙂

Elsa, fast acht Jahre alt, ohne Freunde, altklug und einfach anders, als die anderen Kinder, hat auch eine etwas andere Oma. Manche würden sie sicherlich als verrückt bezeichnen, doch das war sie nicht. Im Gegenteil, sie steht zu ihrer Meinung, ihren Prinzipien und auch zu ihrer Enkeltochter, mit der sie viele Ausflüge in das Land Fast-Noch-Wach unternimmt. Ein Ort voller Geschichten und Märchen, der nur Elsa und ihrer Oma gehört. Zumindest dachte Elsa das.

Im Laufe des Romans findet Elsa immer mehr über ihre Oma und auch die Märchen heraus, die sie erzählt hat. Es ist ein wunderbares Buch darüber, wie die Wirklichkeit zu phantastischen Geschichten werden kann und doch ihren Sinn, ihre Aussage und ihre Bedeutung behalten kann. All die Geschichten, die Elsa von ihrer Oma erzählt bekam, haben ihren Ursprung in den Personen, die mit Elsa, ihrer Mutter und deren Freund zusammen in einem Mietshaus leben. Und genau das ist das besondere an diesem Buch: Das Spiel mit Wirklichkeit und die Übertragung in Geschichten. Diese Umsetzung hat mich unheimlich fasziniert. Nicht nur, dass Elsa und ihrer Familie in ihrer Unperfektheit und unheimlich sympathisch sind, dieses Buch behandelt Themen, wie Krieg, Trauer, Ausbeutung, Drogen; all das, was die Wirklichkeit ausmacht und womit man sich durch phantastische Ausschmückungen einfach besser auseinandersetzen kann, als einfach nur die bare Realität sprechen zu lassen.
Und genau das ist es, was ich mit meinen Geschichten erreichen möchte. Wirkliche Dinge aufgreifen und sie in einem anderen Umfeld thematisieren, damit sich Leser darüber Gedanken machen und vielleicht etwas über den Lesespaß hinaus mitnehmen können. Denn, wie Elsa mit ihren fast acht Jahren auch bereits festgestellt hat: Man kann sehr viel aus phantastischen Geschichten lernen.

 

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid


Bild: Amazon

Autor: Fredrik Backman

Verlag: FISCHER Taschenbuch

ISBN: 978-3596197811