Mein gewagtes Vorhaben

Neulich las ich irgendwo etwas zum Thema „Träume verwirklichen“. Es ging darum, dass das Verwirklichen von Träumen auch zum großen Teil mit dem „vor sich hin träumen“ selbst zu tun hat – und natürlich dem Willen, sie auch umzusetzen.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade meinen Arbeitsvertrag neu unterschrieben. Ich bin befristet angestellt, seit ich vor fast sieben Jahren bei meinem Arbeitgeber begann zu arbeiten. Sicherlich, ich bekam immer wieder verlängert, aber der Gedanke ist zermürbend. Jetzt sind es zum ersten Mal eineinhalb Jahre, die ich verlängert wurde, statt nur einem Jahr. Eineinhalb Jahre, bis ich wieder verlängert bekommen muss. Zwischendrin wird ein Kollege in den Ruhestand gehen und meine Hoffnung ist, dass ich dann einen unbefristeten Vertrag bekomme. Aber was, wenn nicht?

Das war der Anlass dafür, dass ich dachte: In eineinhalb Jahren ist es möglich, meinen Roman aus dem letzten NaNoWriMo fertigzustellen und an den Mann zu bringen. Weswegen es nicht einfach versuchen? Noch vor einigen Jahren dachte ich, das reine Autorendasein wäre nichts für mich. Mittlerweile denke ich da anders. Sicherlich, die meisten haben einen Brotjob und ich nehme an, dazu werde auch ich gehören. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich mir ein konkrete Ziel setzten kann und dann auch ein weiteres Standbein hätte, falls ich irgendwann doch keine Vertragsverlängerung mehr bekäme.

Nun steht es also fest: Ich werde versuchen, bis Ende September 2015 meine Welten-Saga soweit zu bringen, dass ich sie an Verlage oder Agenturen geben kann – oder im Idealfall schon gegeben haben werde.
Ich will das! Ich will Schriftstellerin sein! Ich will!

Mein größter Schreibfeind bin ich selbst

Wenn man schon einen Schreibmarathon hinlegt, dann sollte man auch etwas daraus lernen. Ich hatte nun eine wirklich wichtige Erkenntnis: Nicht etwa meine Kinder, unsere Haustiere, mein Mann, der Rest meiner Familie oder meine Freunde hindern mich am Schreiben, nein, das bin ich selbst. Ich selbst, ganz alleine.

Ich dachte, meine Kinder würden mich beim Schreiben zuhause nicht in Ruhe lassen.
Ich dachte, mein schlechtes Gewissen würde mich viel mehr plagen, wenn ich vor allem meinen Sohn die zwei Stunden fernsehen lassen, während ich schreibe.
Ich dachte, wenn er nicht Fernsehen dürfte, käme er aus Langeweile alle fünf Minuten zu mir und würde mich ablenken.
Ich dachte, meine Tochter würde nur auf meinem Schoß sitzen wollen, wenn sie mich an meinem „Arbeitstisch“ im Schlafzimmer mit dem Laptop sieht und mich nicht schreiben lassen.
Ich dachte, ich könnte mich nicht konzentrieren, wenn ich ständig nach meinen Kindern lauschen muss, um zu wissen, was sie gerade tun.
Ich dachte … völlig falsch!

Nichts war so. Meine Kinder haben es anstandslos akzeptiert, dass ich da saß und schrieb. Ich konnte mit meiner Musik und Kopfhörern wunderbar abschalten und war dennoch ansprechbar, wenn irgendetwas Wichtiges war, wenn ein Kind Trost brauchte. Ich konnte die meisten Kleinigkeiten ignorieren. Ich konnte sie auch oft genug an meinen Mann verweisen, der wusste ja, was ich vorhatte.
Ich kann mich zuhause hinsetzten und schreiben, auch während die Kinder wach sind!

Das ist eine elementare Erkenntnis! 😀 So hatte ich es nicht erwartet, so kann ich endlich diese Schreibflaute umgehen, in der ich so lange gesteckt habe, weil ich es immer noch nicht leiden kann, im Zug zu schreiben.
Und genau das wird mein Plan: Ich lege fest, ich möchte 5.000 Worte in der Woche schreiben. 5.000 sind nicht viel. Ich werde nicht jeden Tag schreiben können, wie ich es nun im November getan habe. Aber ich kann darauf achten, ein Soll zu erfüllen und mir die Motivation nicht nehmen zu lassen, indem ich den Faden verliere.

Danke NaNoWriMo, dass du mir das gezeigt hast!

NaNoWriMo: Gewonnen!

In aller Kürze: Ich habe es geschafft! Ich habe meine 50.000 Worte diesen geschrieben, innerhalb von 27 Tagen!

NaNoWriMo2013
NaNoWriMo2013

Nun lasse ich etwas Ruhe einkehren, denn mein Roman-Projekt ist noch lange nicht fertig. Ich bin wohl meistens viel zu ausschweifend in meinen Planungen. Und am nächsten Wochenende, ja, dann werde ich überdenken, wie es weiter geht – nach dem NaNo 🙂

NaNoWriMo: Halbzeit überstanden!

Nach einem kleinen Schreibtief – zum Teil Dank Kopfschmerzen und der dazugehörigen Medikamente – geht es gerade wieder bergauf, auch wenn ich noch etwa tausend Worte unter meinem derzeitigen Soll liege. Aber: Die Hälfte ist geschafft!

Noch dazu sind alle anfänglichen Bedenken, die Thematik könne nicht für einen ganzen Roman solcher Länge ausreichen, in Luft aufgelöst. Es gibt Einsätze in fünf Welten, in jedem mindestens einen Großen. Ich habe gerade erst einen großen und einen kleinen abgehandelt. Es ist also noch mehr als genug Material übrig.

Gegenwärtiger Stand: 29.268 (Kapitel 14) / 50.000

NaNoWriMo: Ein Hauch vom Schriftstellerleben?

Tag zehn des NaNoWriMos. Ich gebe zu, ich hatte erwartet, es wird schwieriger meine Zeit zum Schreiben zusammenzukratzen. Die Worte flutschen, meine vermeintlichen Zeitdiebe haben sich bisher friedlich gezeigt und ich bin überrascht, wie einfach es ist, sich hinzusetzten und zu scheiben. Und so entspannend! Selbst an den Tagen, an denen ich keine Zug-Schreibzeit habe, oder an denen mein Mann nicht mit den Kindern den Vormittag unterwegs ist, setzte ich mich ins Schlafzimmer, klappe meinen kleinen Tisch auf und schreibe. Mit Kopfhörer auf den Ohren geht es, ich kann abschalten. Die Kinder sehen, Mama ist beschäftigt. Selbst meine kleine Tochter schaut nur ab und zu herein, erzählt mir etwas und ist zufrieden, wenn ich sie wegen Keksen, Schokolade oder sonstigem zu ihrem Daddy schicke. Weil „Mama schreibt“. Dabei gibt es nicht einmal etwas Interessantes auf dem Bildschirm des Laptops zu sehen.

Alles in allem läuft es rund – und besonders an meinen Arbeitsfreien Tagen frage ich mich: Ist das ein Hauch vom Schriftstellerleben? Sich vormittags hinsetzen und schreiben, bis Töchterchen entweder abgeholt werden muss oder es Zeit für Essen und ihren Mittagsschlaf ist? Den Nachmittag mit den sonstigen Pflichten und seinen Kindern zu verbringen, kleine Lese- oder Strickpausen einzulegen? Sich abends, nachdem die Kinder im Bett sind, überlegen, ob man lieber weiterschreibt, weil man sein Soll noch nicht erfüllt hat, ob man Strickt oder lieber seine Nase in einem guten Buch vergräbt? Ist es das? Wenn ja, wünsche ich Möchtegern mir derzeit nichts mehr 🙂

Gegenwärtiger Stand: 16.096 Worte (Kapitel 8) / 50.000

NaNoWriMo: Ein zwiegespaltener Einstieg

Einerseits lief der Einstieg ganz gut. Am 1.11, ein Freitag, war ich dank kränklichem Töchterchen den ganzen Tag zu müde, um wirklich etwas zu arbeiten. Da ich derweil ohnehin nur dabei bin, viel schreiben zu müssen (für die Arbeit, das bedeutet bei mir: Dokumentationen, Anleitungen und Mails), verfalle ich bei Müdigkeit doch sehr schnell darauf, statt der Schreibarbeit den Schreibspaß vorzuschieben.
Am Freitag war ich also voll mir dabei. Und ich denke, hin und wieder darf man sich auch solche Ausreißer leisten.

Der Samstag verlief, naja – irgendwie habe ich es geschafft zu schreiben. Vormittags hielten sich die Kopfschmerzen in Grenzen. Zum Abend hin wanderte ich lieber ganz ganz früh ins Bett.

Der Sonntag war dafür sogar recht erfreulich. Zwar ist es nach wie vor ein Ding der Unmöglichkeit wieder früh am Morgen zu schreiben, da meine Kinder immer auch gleich auf der Matte stehen, sobald ich aufstehe (dank Zeitumstellung nun sogar manchmal noch früher …). Aber: Mein Mann war mit ihnen den Vormittag unterwegs. Meine Schreibarbeit konnte ich also erledigen, genauso wie sämtliche Haushaltspflichten, die am Wochenende noch anfallen.

Und heute? Gut gestartet mit Zug und Mittagspausenschreiberei, noch nicht mein Soll erfüllt, aber mit einem kranken Kleinkind heute Abend gibt es wahrscheinlich sowieso nur eine Möglichkeit: Lass sie neben mir auf der Couch liegen, bis sie entweder dort einschläft oder ich auch ins Bett gehe.
Im Idealfall habe ich dabei beide Hände frei und kann das Smartphone martern.

Gegenwärtiger Stand: genau 6.111 (Kapitel 3) / 50.000

Der NaNoWriMo-Startschuss!

Heute Nacht, Punkt Mitternacht, fällt der Startschuss; dann können endlich diverse Autoren das Jucken in den Fingern beenden und losschreiben. Ich nicht, wohl bemerkt. Da für mich morgen ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag sein wird, muss ich mit dem Schreiben bis morgen früh warten. Selbst, wenn ich schon um sechs Uhr nicht mehr schlafen können sollte, werde ich voraussichtlich nicht dazu kommen etwas zu tippen, bevor ich in der Bahn sitze. Warum? Mein größter Schreibfeind krabbelt jeden Morgen zu mir ins Bett: Meine Tochter. Sie besteht darauf unter meine Decke zu huschen und zu kuscheln, im Halbschlaf. Würde sie wenigstens wieder richtig einschlafen, könnte ich selbst dann etwas auf dem Smartphone tippen. Aber das passiert nur selten. Für gewöhnlich ist sie bei der kleinsten falschen Regung sofort wach.
Während des Frühstücks ist es bereits illusorisch überhaupt mehr als ein paar Minuten sitzen zu bleiben. Also auch keine Schreibzeit. Vielleicht, wenn mir nicht die Finger einfrieren, kann ich an der Bushaltestelle meine ersten Worte des NaNo niederschreiben.

Wie auch immer der Anfang sein wird, ich freue mich darauf, endlich nicht mehr nur zu plotten, sondern richtig in die Tasten zu hauen!

2013-Participant