Über menschliche Ignoranz und tadelnswerte Unwissenheit

Ende April fand das PAN-Branchentreffen der Phantastik statt. Als Fantasy-Autorin bin ich daran natürlich durchaus interessiert und verfolgte zumindest den Hashtag #pan18 über Twitter.

Durch einen Programmpunkt regte sich plötzlich viel Unmut: Die Panneldiskussion „Rassismus – Sexismus – Homophobie – welche Verantwortung hat die Phantastik?“. Auf Twitter ging es plötzlich um Benachteiligung von weiblichen Autoren in der Phantastik, um Protagonistinnen und überhaupt die Darstellung des Weiblichen. All das könnt ihr bei Tor Online nachlesen, bei Lena Falkenhagen und natürlich auch bei Fried Phoenix, denn Guddy war als Bloggerin zur Gesprächsrunde geladen. Sicherlich gibt es mittlerweile noch diverse andere Beiträge dazu.

Während ich selbst wie gewöhnlich mit meinem Brotjob beschäftigt war, mich um meine Kinder gekümmert und einen für mich sehr wichtigen Schritt in Richtung Freiheit getan habe, kochte damit ein Thema hoch, das im Grunde mit Ignoranz zu tun hat. Etwas, dass mich zu diesem Zeitpunkt emotional ebenfalls sehr reizte, denn auch mein Schritt gen Freiheit hatte mit Geschlechterrollen und Ignoranz zu tun.

Und warum spreche ich von Ignoranz?
Der Duden sagt, Ignoranz sei „tadelnswerte Unwissenheit, Kenntnislosigkeit in Bezug auf jemanden, etwas“.

Es geht also darum, etwas zu ignorieren, sich nicht bewusst zu machen – oder machen zu wollen – dass wirklich ein Problem existiert. Es hat mich fehlenden Einfühlungsvermögen zu tun, mit Bequemlichkeit und dem fehlenden Blick über den berühmten Tellerrand.

Jeder Mensch ist anders. Das sollte man sich immer vor Augen halten. Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung, fühlt sich durch andere Dinge angegriffen und jeden Menschen kann man auf andere Art verletzen.
Ignoranz ist eine Art jemanden zu verletzen. Dabei mag das nicht mal böswillig sein, denn sie basiert auf Unwissenheit. Vielleicht spielt auch Gedankenlosigkeit eine Rolle, die jemanden ignorant werden lässt. Vielleicht entsteht Ignoranz auch dadurch, dass sich derjenigen selbst angegriffen fühlen, aus ihrer Position heraus. Manchmal mag der Vorwurf der Ignoranz sogar ungerechtfertigt sein.
Doch im Umgang mit Menschen gibt es einige Dinge, die zählen. Dazu gehört auch, dem Gegenüber zuzuhören, zu verstehen und sein eigenes Handeln daraufhin zu überdenken. Reflektieren hilft, die eigene Ignoranz zu überwinden. Sich die Fragen stellen: Warum denke ich so? Warum halte ich das nicht für so schlimm? Werde ich, so wie ich bin, mit meinem Geschlecht, meinem Beruf, meinem Äußeren, meinem Auftreten, vielleicht anders wahrgenommen, als mein Gegenüber?
Stellt euch genau diese Fragen.

Warum schreibe ich das? Sollte das nicht eigentlich selbstverständlich sein? Ja, sollte es. Aber das ist es nicht. Es ist unbestreitbar: es sollte essenzieller Teil einer Gesellschaft sein. Aber es beginnt bereits im Kleinen, in der Familie, wenn die Wünsche, die Sorgen und auch die Bitten eines Partners ignoriert werden, wenn Tochter und Sohn aufgrund der „Norm“ eines Geschlechts unterschiedlich behandelt werden und sie dadurch bereits durch die Eltern, Erzieher, Lehrer, Freunde einen Stempel aufgedrückt bekommen. Ignoranz zieht sich durch alle Bereiche bis hin zu Weltpolitik.
Gebt den Menschen logische Argumente, sachliche Argumente. Wer keine Ignoranz pflegt, wird sie überdenken und mit gesundem Menschenverstand und ein wenig Einfühlungsvermögen zu den richtigen Schlüssen kommen und hoffentlich darüber dikutieren. Und erst dann, wenn gar nicht mehr darüber Diskutiert werden muss, nicht mehr Hervorgehoben werden muss, dass die Protagonistin eines Romans vielleicht dunkelhäutig, der Protagonist homosexuell ist oder auch ob das Werk von einem Autor oder einer Autorin geschrieben wurde, erst dann sind wir am Ziel. Denn an solchen Diskussionen spiegelt sich die Gesellschaft dahinter wider.

 

 

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Wunschdenken

Wen man im Internet etwas stöbert oder auch Leuten einfach mal bei ihren Gesprächen belaucht – ja, so was machen Autoren durchaus mal und ich bin sicher, da stehe ich nicht alleine da – wird oftmals offensichtlich, dass alles, was sie tun und sagen durch ein gewisses Wunschdenken geprägt ist.
Ja, Wunschdenken. Also ein „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Ich stieß im Inernet auch auf den Begriff „Realitätsverdrängung“. Ein sehr schönes Wort, wie ich finde.

Zugegeben, niemand ist vor Wunschdenken gefeit. Das kann man gar nicht, denn niemand kann wirklich alles überblicken, was auf dieser Welt eigentlich passiert und falsch läuft und was in den Köpfen der Menschen vorgeht. Aber wenn man liest, was sie von sich geben, oder dem zuhört, eröffnen sich manchm Welten. Fremde, merkwürdige Welten, die bei mir auf völliges Unverständnis stoßen.
Zum Beispiel in Bezug auf den neuerliche Amoklauf an einer amerikanischen Schule, bei dem 17 Menschen erschossen wurden. 14 Davon waren noch Schüler. Ja, sicher, es gibt immer Spinner, die auf solche Ideen kommen. Und auch steht wieder die Frage im Raum, ob das nicht hätte verhindert werden können.
Mich erschrecken jedoch einige Reaktionen darauf. Diese hat der Postilion finde ich wunderbar auf den Punkt gebracht: US-Waffenlobby fordert Verbot von Schulen.

Die Frage, ob so etwas verhindert werden könnte schwebt bei vielen Themen im Raum. Auch bei dem erstochenen Schüler an der Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen. Und auch da wurde gleich wieder nach der Nationalität gefragt. Aber warum? Was ändert die Nationalität daran, dass diese Menschen wahrscheinlich psychisch nicht in der Lage waren anders mit ihren Problemen vernünftig umzugehen? Gar nichts. Sie sind genau, wie der wissentliche Geisterfahrer auf der Autobahn darauf aus der Welt irgendwie zu zeigen, dass irgendwas falsch läuft. Es gibt immer mindestens eine Ursache.

Aber ich wäre keine Autorin, würde meine Phantasie sich nicht prompt zu Wort melden und auf Zeitmanipulation hinweisen. Ja, zurückspringen und de Tätern irgendwie helfen, damit sie nicht am Ende Menschen ermorden. Realistischer ist natürlich, dass mehr Bewaffnung an amerikanischen Schulen für mehr Sicherheit sorgen würde. Dennoch bleibt beides Wunschdenken.

Wenn Nachrichten aufrütteln … – Ein Gedankensprung

Da flimmerte es schon wieder durch die Medien; ein Fall von Kindesmissbrauch. Trotz der Erkältung, wegen der ich mich noch weniger mit Nachrichten beschäftigt hatte, als sonst, habe ich das mitbekommen. Doch das, was ich erfahren habe, lässt mich wie so oft mit aufgerüttelten Gefühlen zurück. Ich schaue mir meine Kinder an und frage mich: Wie kann eine Mutter so etwas zulassen? Und vor allem: Wie kann es sein, dass die Behörden keine Maßnahmen ergriffen haben? Denn das war einer der Punkte, der in all den Artikeln zur Geltung kam, die ich mir über dieses Thema antat.
Sicher, man kann argumentieren, es sind alles nur Menschen. Menschen machen Fehler. Doch es gibt welche, die dürfen nicht passieren. Fehler, die andere Menschen, Kinder, zerstören. Und doch passiert es allzu oft. Nicht immer in solchen extremen Ausmaßen, wie in Freiburg. Oft haben die Behörden, die Erzieher, die Lehrer, einfach keine Handhabe, um etwas tun zu können. Aber in Freiburg scheint es, als wäre ein Handeln möglich gewesen. Dennoch haben die Behörden versagt.

Genau solche Gedanken sind es, die mich lange beschäftigen und die ich mitnehme, um sie über das Schreiben zu thematisieren. Es ist grausam, dass all das nicht einfach nur dem Hirn eines Schriftstellers entsprungen ist. Es ist grausam, dass solche Dinge wirklich passieren. Und um diesen Gedanken fortzusetzen, ist es das, was den Grundriss meiner Charaktere bietet, mit der Frage: Wie muss es jemandem gehen, der ähnliches erlebt hat? Wie zerbrochen ist solch ein Mensch?
Und weil es ein Thema ist, dass mich immer wieder sehr aufwühlt, ist es genau dieses, welches ich in meinem Blogroman thematisiert habe. Mit einem ganz ähnlichen Rückschluss:

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#WirschreibenDemokratie – ein paar Gedanken

 

#WirSchreibenDemokratie. Wir schreiben. Ich bin Autorin. Wenn ich denke, etwas zu können, dann schreiben. Ich kann schreiben und ich habe sogar eine eigene Meinung. Also kann ich auch meine Meinung auch äußern.

Die Idee des Hashtags kommt aus dem Nornennetz als Reaktion auf die Ergebnisse der Bundestagswahl.

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Wieder einmal eröffnete mir das Ergebnis: Filterblasen sind schön. Filterblasen gaukeln einem vor, dass sich schon alles in die richtige Richtung wendet. Schließlich sind doch so viele Menschen, mit denen ich kontakt habe, der gleichen Meinung wie ich.

Aber da sich wirklich durchweg (zu) viele Menschen in ganz Deutschland entschieden haben, eine Partei zu wählen, deren Einstellung ich wirklich nur als menschenverachtend und damit auch „assozial“ bezeichnen kann, stehe ich da und verstehe es nicht.

Ich kann die Intention der Protestwähler verstehen, wirklich. Auch ich habe mich schwer damit getan, mich dafür zu entscheiden, welcher der links angesiedelten Parteien ich denn nun meine Stimme geben soll. Die letzten Jahre war Politik ein großer Einheitsbrei – und ich habe nicht das Gefühl, dass irgendwer das umsetzt, was er zuvor zur Wahl behauptet hatte. Trotzdem. Was ich nicht verstehe, ist, wie man deswegen Menschen seine Stimme geben kann, die so offensichtlich Hetze gegen andere Menschen betreiben – und die sicherlich nicht die Meinung von all denen vertreten, die sie gewählt haben. Das zumindest hoffe ich inständig. Und ich hoffe gerne, denn auch wenn ich ständig enttäuscht werde, ich bin einfach gutgläubig.
Eine Freundin sagte mir, die AfD sei die einzigen, die die Ängste der Menschen thematisieren, die durch die vielen Geflüchteten in Deutschland und die Terroranschläge aufkamen. Das mag sein, aber Angst ist ein schlechter Entscheidungsträger.

Was also tun? Sich mit diesen beängstigenden Dingen, diesem verqueren Denken beschäftigen? Ja, ganz genau! Und zwar nicht auf einer Ebene, die jemandem einen langen Aufsatz vorsetzt, mit vielen Fachworten und Thesen gespickt. Nein, das geht viel einfacher: Zum Beispiel mit Humor, wie viele Satiriker zeigen. Es geht aber auch mit Geschichten.
Aus Geschichten kann man lernen. Auch aus Fantasy-Geschichten, wie die Blogreihe Phantastische Realität Anfang des Jahres auch wunderbar aufgezeigt hat. Geschichten können dafür sorgen, dass sich die Menschen, die sie lesen, mit Gedanken auseinandersetzen müssen, an die sie sonst keine verschwenden. Rassissmuss, Ausbäutung, Sexismus und vieles andere; all das findet sich in Geschichten wieder. Es ist die Art, wie ein Autor seine Meinung äußern kann. Es ist die Art, wie ein Autor Menschen vielleicht doch zum Nachdenken und Reflektieren animieren kann.
Es gibt so viele kluge Menschen da draußen, die versuchen andere Menschen zum Denken anzuregen. Denn genau das braucht es doch: selbstständiges Denken, statt Mitläufertum. Ein Auseinandersetzen mit Thematiken, statt festgefahrene Einstellungen.

Das Wahlergebnis mag erschreckend gewesen sein, doch noch haben diese Menschen mit diesem verqueren Denken nicht gewonnen. Da sind noch andere. Und es werden mehr. Selbstständiges Denken kann man nämlich lernen. Vielleicht werde ich dieses Mal ja nicht enttäuscht. Und wenn doch, tue ich das, was ich immer tue: weiter machen und weiter auf den Menschenverstand pochen.

In dem Sinne schließe ich mit einem meiner Lieblingslieder: Schandmaul – Bunt und nicht braun.

 

Weitere sehr interessante Beiträge

 

Wortklaubereien: Vom Siezen, Ihrzen und Erzen

Ein derzeit allgegenwärtiges Thema ist das Gendering. Es ist auch ein Thema, über das sich hervorragend streiten lässt, besonders wenn sich jemand durch die meist gängige männliche Form – oder gar durch männliche und weibliche – nicht angesprochen fühlt.
Gleich vorweg: Ich nehme das Ganze nicht so ernst 😉 Ich spreche von mir für gewöhnlich als weiblich. Das bin ich nun mal und fühle mich auch so. Allerdings bin ich nicht beleidigt, wenn im allgemeinen Ansprachen in der gängigen männlichen Form erfolgen. Schließlich sind wir alle Menschen. Ich sehe es als eine Eigenheit der Sprache. Im Deutschen wird es anders gehandhabt, als im Englischen. Im Französischen sicherlich auch anders, als im Russischen.
Dennoch gibt es natürlich Anlässe, bei denen man darauf achten muss. Für mein Schreiben gilt, ich präzisiere mit Worten. An gängige Konventionen sollte man sich jedoch vor allem im Alltag auch halten. Solche Präzisionen sind also auch im ganz normalen Arbeitsleben wichtig. Und genau von dort gingen meine Überlegungen aus.

Will jemand höflich sein, wird das Gegenüber gesiezt. Es zeugt von Respekt, wenn man jemanden noch nicht besonders gut kennt und wird natürlich gerade im Geschäftsleben gepflegt. Das „Sie“ ist in dem Fall also die korrekte Höflichkeitsform.

Ich würde hier aber keine Wortklaubereien betreiben, gäbe es da nicht noch das Ihrzen und das Erzen.
Gerade das „Ihr“ als Anredeform ist in der Fantasy ja sehr beliebt. Um ehrlich zu sein finde ich es sogar irritierend, wenn ich einen Fantasy-Roman mit entsprechend mittelalterlichem Setting lese und ein moderneres „Sie“ statt einem „Ihr“ verwendet wird. Die Anrede mit „Ihr/Euch“ fühlt sich authentischer an.
Im Zuge dessen stößt man natürlich auch auf das „Er/Sie“. Letzteres wird besonders von höhergestellten Personen gerne in einer abfälligen Weise verwendet. Das Bild, dass ich dabei sofort vor Augen habe ist das eines Königs, der geringschätzig abwinkt und etwas wie „Entferne Er/Sie sich!“, von sich gibt.

Interessant an den deutschen Höflichkeitsformen finde ich: Als höflich gelten die Pluralformen der Personalpronomen, die keine Aussage über das Geschlecht machen. Am geringschätzigsten gelten die, die in der Singularform klar das Geschlecht definieren, wie das „Er“ oder „Sie“ beim Erzen. Das Geschlecht ist dabei im Grunde also auch unerheblich.
Im englischen behilft man sich mit einem einfachen, geschlechtslosen „you“ für Singular- und Pluralform. Auch das früher verwendete „thou“ und „thee“ differenziert kein Geschlecht. Eine Anrede, die dem deutschen Erzen entspricht, gibt es meines Wissens nicht.

Und wer Lust hat, noch mehr über diese Wortklaubereien zu philosophieren kann sich ja einmal die doch sehr ausführlichen Artikel bei Wikipedia antun 😉

Zur #Autorinnenzeit

Bevor der Mai ganz vorbei ist, wollte ich zumindest noch einen Artikel zur #Autorinnenzeit beitragen, die Sven Hensel ins Leben gerufen hat.

Ich habe hin und her überlegt, denn: Welchen Beitrag könnte ich am besten leisten? Es ist keine leichte Entscheidung. Wenn ich meinen Bücherschrank betrachte, springen mir viele wunderbare Romane von Autorinnen ins Auge. Von Astrid Lindgren über Cornelia Funke bis hin zu Ilona Andrews stehen alle möglichen Bücher von Autorinnen in meinem Regal; selbst nachdem ich die letzten Jahre aus Platzmangel immer wieder massiv aussortieren musste. Behalten habe ich wirklich nur jene Bücher, die mir sehr gut gefallen haben und die ich einfach nicht hergeben wollte.

Aber fangen wir mal am Anfang an, nämlich bei den Autorinnen.
Im Kontext der Autorinnenzeit lieferte mir Twitter viele viele Aussagen, die sich Autorinnen anhören müssen, die ein Autor sicher niemals zu hören bekam. Oder glaubt ihr, jemand hätte Stephen King jemals gefragt, wer sich denn um seine Kinder kümmere, während er schreibt?
Ich gebe zu, diese Art von Sprüchen kenne ich als berufstätige Mutter nur zu gut. Aber die Frage, warum man als Frau nicht mehr mit Romantik schreibt, brachte mich doch sehr ins Grübeln. Immerhin ist die einzige Sparte im Fantasy, mit der ich so rein gar nichts mehr anfangen kann, die Romantasy. Romantik? Wenn es in die Geschichte passt, kein Thema. So was birgt immer schönes Konfliktpotential. Allerdings wird es sicherlich so schnell kein Hauptthema bei mir sein. Da gibt es wirklich Wichtigtes als Beziehungskisten.

Irgendwann im Laufe des Mai stand ich schließlich in meiner Lieblingsbuchhandlung. Ich hatte etwas Zeit zum Stöbern und überflog die eigentlich gut sortierte Fantasy-Ecke. Allerdings fiel mir auf, dass es wirklich kaum Bücher von Autorinnen gab. Nicht mit vollem Namen und auch nicht mit abgekürzten Vornamen. Es gab in der Fantasy-Ecke ein einziges Buch von einer Autorin. Und wieder grübelte ich.
Warum ist das so? Warum wird man als Frau so oft schräg angesehen, wenn man einfach nicht in das Klischee passt? Zum Glück kann ich behaupten, dass mir selbst diese Art von Klischeedenken bisher nur als Mutter begegnet ist. Sobald frau Mutter wird, werden Erwartungen in einen gesetzt. Jedes Mal, wenn der Mann mit stolz berichtete, dass ihn jemand gelobt hätte, weil er sich um die Kinder kümmere, wurde mit das klar. Keine Frau, vor allem keine andere Mutter, käme jemals auf die Idee, eine Mutter dafür zu loben. Von Müttern wird einfach erwartet, dass sie sich gut um ihre Kinder kümmern und fertig. Da scheint es schon oft bedauernswert zu sein, wenn frau arbeitet.
Offensichtlich zieht sich dieses Phänomen durch sämtliche Lebensbereiche. Es gibt Klischees, die bedient werden wollen und durch die Erwartungen freigesetzt werden. Und ja, die gibt es bei Männern und Frauen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen.

Der Konsens meiner Überlegungen ist also: Hört einfach auf damit! Hört auf, danach zu schauen, ob jemand männlich oder weiblich ist und denkt nicht in Vorurteilen. Ihr macht damit anderen nur das Leben schwer. Männern und Frauen und Kindern.
Die #Autorinnenzeit ist dazu gedacht den Fokus auf die weiblichen Autoren zu richten, die genauso gut und schlecht schreiben, wie männlichen Autoren. Also, schaut doch einfach nicht auf den Autorennamen, wenn ihr das nächste Buch kauft. Schaut auf den Inhalt. Und wenn er euch gefällt ist es doch völlig egal, wer das Buch geschrieben hat.

 

 
Weitere schöne Beiträge zur #Autorinnenzeit findet ihr übrigens unter Anderem bei:

 

 

 

Großes Kopfkino

Es ist der Grund, aus dem ich gerne lese und noch lieber schreibe: Mein Kopfkino 🙂 Ich liebe es einfach, wenn Figuren in meinem Kopf lebendig werden! Angefacht wird das Kopfkino bei mir aber auch sehr stark von Musik. Gerade deswegen bin ich wohl auch sehr wählerisch, was „meine“ Musik angeht. Es ist selten, dass mir etwas „einfach nur gefällt“. Ich brauche ein bisschen mehr. Ich brauche entweder einen guten Songtext im Kontext mit passender Musik oder wenigstens etwas, das meine Phantasie anregt. Ich liebe es, einfach nur da zu sitzen und Musik meine Gedanken leiten zu lassen und Ideen zu produzieren.
Und manchmal möchte ich auch visuelle Unterstützung für mein eigenes Kopfkino. Dann surfte ich auf YouTube und suche nach Fan-Videos von Computerspielen oder Animes, die ich meistens gar nicht kenne, und lasse mich mit übertriebener Kampfkunst und Effekthascherei einfach einlullen. Hauptsache das Video trifft es genau auf den Punkt. Dann sind die Szenen mitreißend, eingängig und bleiben vor allem in meinem Gedächtnis haften – dank der Musik.

So bleibt es natürlich auch nicht aus, dass es genau das ist, was ich versuche in meinen Texten einzufangen, ohne auditive Unterstützung. Denn in den meisten Fällen hat ein Schriftsteller nun einmal nicht die Möglichkeit, dem Leser auch noch die passende Musik zu präsentieren. Es bleibt also nur, all das in eine Kunstform zu bringen, die alles beinhaltet; die emotionale Komponente der Musik sowie die Atmosphäre der Szene und oben drauf auch noch die Echtheit der Figuren.
Keine leichte Aufgabe, wenn ihr mich fragt. Ob es mir gelingt, weiß ich noch nicht. Aber ich habe für mich festgestellt, dass ich mein Kopfkino gar nicht genauso zu Papier bringen muss, wie ich es selbst sehe. Ich muss es so zu Papier bringen, dass der Leser weiß, was in meinem Kopf stattgefunden hat. Dem Leser präsentiere ich also meist eine etwas realistischere Variante, als diese großen Kinoeffekte, die oft in meinem Kopf passieren. Wenn der Leser es versteht und sich einfühlen kann, hat mein Kopfkino seine Arbeit geleistet und entfacht vielleicht auch eines im Kopf der Leser.